In mehreren Restaurants auf der italienischen Mittelmeerinsel Sardinien ist es Familien künftig verboten, an den Tischen Smartphones und andere digitale Geräte zu benutzen. So sollen die Gäste dazu gebracht werden, mehr miteinander zu sprechen. Das berichten unter anderem der britische »Guardian«  und die Tageszeitung »L’Unione Sarda« .

Die Initiative mit dem Namen »A tavola senza schermi« – übersetzt: »Am Tisch ohne Bildschirme« – wird demnach von Anna Cau vorangetrieben. Sie ist Kinder- und Jugendbeauftragte Sardiniens und ehemalige Jugendrichterin. Die Initiative sei Teil einer größeren Kampagne mit dem Ziel, die übermäßige Bildschirmzeit von Kindern einzudämmen und die Interaktion während gemeinsamer Mahlzeiten innerhalb der Familie zu fördern.

Tausche Handy gegen »Meeting-Kit«

Die Idee: Unter 18-Jährige und ihre Eltern müssen beim Betreten des Restaurants ihre digitalen Geräte weglegen, zum Beispiel in ihre Taschen oder in eigens dafür vorgesehene Körbe. Im Gegenzug bekommen sie ein sogenanntes Meeting-Kit: Darin sollen unter anderem Brettspiele und Malvorlagen zu finden sein; außerdem Broschüren mit Tipps zum Umgang mit sozialen Medien. Das Set wurde den Angaben zufolge vom italienischen Verband der Kinderärzte entwickelt und soll Kindern und Jugendlichen auch dabei helfen, Gespräche mit ihren Eltern anzustoßen.

»Die Idee ist nicht, sich ausschließlich auf Verbote zu verlassen oder die Verantwortung vollständig auf die Eltern abzuwälzen«, sagte Cau. Es solle vielmehr darum gehen, »sicherzustellen, dass unser gesamtes Umfeld die Eltern in ihrer Rolle unterstützt und Minderjährigen hilft, sich in die Gemeinschaft zu integrieren«.

Cau arbeitet bei dem Vorhaben auch mit einem Verband zusammen, der die Bereiche Gastronomie, Tourismus und Unterhaltung vereint. Der Sardinien-Präsident des Verbandes, Emanuele Frongia, sagte: »Restaurants spielen eine entscheidende Rolle dabei, die Vertrautheit zu fördern, die Familien wiederentdecken, wenn sie auswärts essen.« In solchen Momenten werde jedoch zunehmend »lebhaftes Geplauder durch lange Schweigepausen ersetzt«, während die Menschen auf ihre Geräte starrten. Das wolle man ändern – und Familien dazu einladen, »die Freude am Zusammensein wiederzuentdecken«.

Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL

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