Banana Pi hat mit dem BPI-M8 einen neuen Einplatinenrechner herausgebracht. Im Zentrum steht der Allwinner A733 mit zwei ARM-Cortex-A76-Kernen und sechs Cortex-A55-Kernen sowie einem RISC-V-Kern vom Typ E902 für Echtzeitaufgaben. Die leistungsstärkeren A76-Kerne takten mit bis zu 2,0 GHz, während die sechs A55-Kerne maximal 1,8 GHz erreichen. Hinzu kommt die GPU PowerVR BXM-4-64 MC1 von Imagination Technologies, die unter anderem OpenGL ES 3.2 und Vulkan 1.3 unterstützt. Für KI-Anwendungen steht eine NPU mit einer Rechenleistung von bis zu 3 TOPS zur Verfügung. Damit lassen sich beispielsweise Objekterkennung oder einfache Bildanalysen direkt auf dem Board ausführen, sofern die benötigten Softwarebibliotheken den Beschleuniger unterstützen. Mit Maßen von 85 × 56 Millimetern entspricht es ungefähr der Größe eines Raspberry Pi 5 und richtet sich an Entwickler und Maker, die Linux-basierte Projekte umsetzen möchten.

Der BPI-M8 ist mit 4 GByte LPDDR5-Arbeitsspeicher ausgestattet. Als Speicher stehen je nach Modell 64 GByte eMMC-Flash oder 16 MByte SPI-NOR-Flash zur Verfügung. Zusätzlich verfügt das Board über einen MicroSD-Karten-Slot und bietet einen Anschluss für UFS-Speichermodule.

Vier USB-A-Anschlüsse

Für externe Geräte stehen vier USB-A-Anschlüsse bereit, davon einer mit USB 3.0 und drei mit USB 2.0. Ein HDMI-2.0b-Ausgang ermöglicht die Bildausgabe mit bis zu 4K bei 60 Hz. Zusätzlich gibt es eine MIPI-DSI-Schnittstelle für Displays und zwei MIPI-CSI-Anschlüsse für Kameras. Über einen kombinierten PCIe-/DisplayPort-Anschluss lassen sich weitere Komponenten anbinden.

Für die Netzwerkkommunikation verfügt das Board über Gigabit-Ethernet sowie ein Funkmodul mit Wi-Fi 6 und Bluetooth 5.0. Über eine zusätzliche PoE-Erweiterung lässt sich der Einplatinenrechner auch direkt über das LAN-Kabel mit Strom versorgen. Alternativ erfolgt die Stromversorgung über USB-C.

Interessant für Maker ist außerdem die 40-polige GPIO-Leiste, die Schnittstellen wie I2C, SPI, UART und PWM bereitstellt. Damit lassen sich Sensoren, Aktoren oder eigene Erweiterungsplatinen anschließen. Die Anschlussleiste orientiert sich am Raspberry Pi, allerdings sollte man die Kompatibilität vorhandener HATs vor dem Einsatz prüfen.

In zwei Varianten erhältlich

Mit den beiden Kameraanschlüssen und der NPU eignet sich der BPI-M8 beispielsweise für selbstgebaute Überwachungssysteme, lokale Bilderkennung oder automatisierte Sortieranlagen. Auch als Steuerzentrale für Smart-Home-Projekte oder als kleiner Linux-Rechner ist das Board denkbar. Entscheidend ist allerdings die Softwareunterstützung. Banana Pi nennt Linux, Android und Armbian als unterstützte Systeme und bietet auf der Dokumentationsseite auch jeweils einen Download dafür an.

Der Banana Pi BPI-M8 ist in zwei Varianten erhältlich. Das Modell BPI-M8A mit 64 GByte eMMC kostet im offiziellen Shop 103 US-Dollar (rund 92 Euro). Die Variante BPI-M8B mit 16 MByte SPI-NOR-Flash wird für 69 US-Dollar (rund 62 Euro) angeboten. Hinzu kommen Versandkosten.

Wer schon einen Pi 5 zu Hause hat und direkt durchstarten will, kann sich unseren Artikel zu KI-generierter Musik auf dem Pi anschauen.

(das)

Source: Heise · Daniel Schwabe

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