Der TÜVIT greift gezielt Chips an, um ihren Schutz zu prüfen. Dabei spielen auch Laser eine Rolle, die 500.000 Euro kosten. Wir blicken hinter die Kulissen.
Der „Terminator“ beim TÜVIT als Endgegner bei den Fehlerangriffen auf Chips.
(Bild: Mark Mantel / heise medien)
05.11.2026, 08:31 Uhr
Lesezeit: 7 Min.
- Angriffe auf Prozessor-Hardware: Wie der TÜVIT Chips knackt
- Fehler provozieren mit und ohne Strom
- Keine absolute Sicherheit
Es gibt Systeme, die keine Geheimnisse preisgeben dürfen, selbst wenn Angreifer physischen Zugriff darauf erhalten. Im Dschungel heute möglicher Seitenkanalangriffe erfordern insbesondere Prozessoren, Mikrocontroller, SmartCard-ICs, Secure Elements und Trusted Platform Modules (TPM) Aufmerksamkeit. Um Hardwaresicherheit hat sich ein ganzer Industriezweig gebildet.
Eine Anlaufstelle dafür ist der TÜV Informationstechnik (TÜVIT) in Essen: Er hilft beim Abschotten von Chips und prüft die für eine Zertifizierung nötigen Gegenmaßnahmen. Dabei verwendet der TÜVIT Methoden, die in ihrem Ausmaß weltweit einzigartig sein könnten. Mit dabei: Nadeln für elektromagnetische Impulse und Laseranlagen, die bis zu 500.000 Euro kosten. Wir geben Einblick in die Essener Labore.
Seitenkanalangriffe, beispielsweise die Beobachtung der Leistungsaufnahme eines Chips, während er rechnet, machen den Großteil der Tests aus. Dabei sehen die Ingenieure ausschließlich zu, was ein Chip macht. Vor allem messen sie mit einem Oszilloskop Spannungs- und Taktkurven. Schadcode provoziert wiederkehrende Muster, mit denen sie über einen längeren Zeitraum einige Kilobyte an Daten auslesen und so etwa ein Passwort extrahieren können.
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Source: Heise · Mark Mantel
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