Der gemeinsame Auftritt mit Donald Trump hat Audi-Chef Gernot Döllner massive Kritik und Rücktrittsforderungen eingebracht. In einem internen Schreiben an die Mitarbeiter, das der Nachrichtenagentur dpa vorliegt, räumt er ein, dass die Veranstaltung »Fragen und auch Unverständnis« ausgelöst habe.
Döllner erklärt, er und Produktionsvorstand Gerd Walker seien nach Georgia gereist, um die Verhandlungen über ein geplantes Werk voranzubringen. Die Einladung, die Pläne gemeinsam mit Trump öffentlich vorzustellen, habe man ausschließlich im Interesse des Unternehmens angenommen. Zugleich betont Döllner, dass Audi die Wahrnehmung des Auftritts als politisches Signal ernst nehme.
Eine lokale Produktion sei strategisch wichtig, da der US-Markt der zweitgrößte Premiummarkt der Welt ist, das Audi-Geschäft dort bislang aber nicht profitabel ist. Eine eigene Fertigung solle die Wettbewerbsfähigkeit stärken und Risiken reduzieren. Dies sei keine Entscheidung gegen Deutschland, sondern für den langfristigen Erfolg des Konzerns.
Ob daraus arbeitsrechtliche Konsequenzen für Döllner erwachsen könnten, ist noch offen. Das hängt zum einen davon ab, wie das Regelwerk im Detail formuliert ist; zum anderen wird auch das Argument vorgetragen, dass Trump nicht zur Wahl stehe. Folglich sei Döllner auch nicht mit einem Kandidaten aufgetreten. Über die Auslegung dürfte noch eine Weile gestritten werden.
Audi weist eine parteipolitische Positionierung zurück. Die geplante Investition sei auf Jahrzehnte angelegt. Die Teilnahme habe ausschließlich konkreten Unternehmensinteressen gedient, so der Konzern.
Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL
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