KNDS Panzer

Deutsch-französischer Panzerbauer Bund steigt mit 50 Prozent bei KNDS ein

Stand: 05.11.2026 • 15:11 Uhr

Die Bundesregierung übernimmt alle Anteile der Eigentümerfamilien am Panzerbauer KNDS. Damit sichert sich der Bund den Einfluss auf Schlüsseltechnologien - und gibt offenbar weniger Geld aus als geplant.

Die Bundesregierung hat sich mit der jetzigen ‌Eigentümerfamilien grundsätzlich ​über einen Einstieg des Bundes beim deutsch-französischen Panzerbauer KNDS geeinigt. Das hat das ARD-Hauptstadtstudio aus Regierungskreisen erfahren.

Seit längerem versuchen die Familien des Panzerbauers aus München ihre Anteile an KNDS zu veräußern. Zunächst sollte dies über einen Börsengang geschehen, doch die Pläne wurden erst verschoben und im Herbst komplett abgesagt. Die Familien Braunbehrens und Bode halten über die Wegmann-Holding 50 Prozent an KNDS, die anderen 50 Prozent hält der französische Staat.

Man plane eine Beteiligung in gleicher Höhe wie Frankreich von 50 Prozent, um auf ​Augenhöhe mit dem ‌Partner zu stehen, heißt es aus Regierungskreisen nun. Aus Vertraulichkeitsgründen könnten zu ​der erzielten Einigung keine Details genannt werden. Das Handelsblatt hatte als erstes über die Einigung berichtet, die noch im November unterschriftsreif sein soll. KNDS und die Familien äußerten sich nicht.

Kaufpreis unter 7,2 Milliarden Euro

Unklar ist, wie viel Geld der Bund auf den Tisch legen wird. Aus einer der Nachrichtenagentur Reuters vorliegenden Unterrichtung für den Haushaltsausschuss des Bundestages geht nur hervor, dass ​der Bund weniger als ursprünglich geplant bezahlen wird. Der Ausschuss hatte im Juni den Kauf für einen Preis von 7,2 Milliarden Euro für lediglich 40 Prozent bewilligt.

Das ​Bundeswirtschaftsministerium wollte eine Einigung noch nicht bestätigen, betonte aber die Bedeutung des "Leopard 2"- und "Boxer"-Herstellers für die Sicherheitsinteressen des Landes. Mit dem Einstieg bei KNDS wolle die Regierung den Schutz ​verteidigungsindustrieller Schlüsseltechnologie im Panzerbau sichern. Die Bundeswehr ist der größte Kunde von KNDS.

Zeitweise hatten die Eigentümerfamilien auch mit einem Verkauf an ausländische Investoren geliebäugelt - darunter das tschechische Rüstungsunternehmen Czechoslovak Group (CSG) und der US-amerikanische Private-Equity-Investor Warburg Pincus. Nun sollen die Familien einen Paketzuschlag erhalten haben sowie einen ‌Anteil an der Dividende für 2026, die der Bund kassiert.

Neuer Versuch eines Börsengangs?

An den Börsenplänen, auf deren schnellstmögliche Umsetzung auch KNDS selbst pocht, hält die Bundesregierung gleichwohl fest. Mit Frankreich sei vereinbart worden, die jeweiligen Beteiligungen um zehn Prozent abzuschmelzen, hieß es. Für die Bundesregierung wäre das auch eine Möglichkeit, die Staatsbeteiligung zu reduzieren, wenn der Aktienkurs günstig ist.

KNDS entstand 2015 durch die Fusion von Krauss-Maffei Wegmann und dem französischen Unternehmen Nexter. Der Konzern beschäftigt gut 11.000 Menschen und erzielte im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von 4,4 Milliarden Euro. Hauptsitz ist Amsterdam, die deutsche Zentrale sitzt in München. In Kassel betreibt das KNDS drei Produktionsstandorte und einen Logistikstandort.

Source: Tagesschau · tagesschau.de

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