Da geht es ums Prinzip: In Australien ist ein Chefkoch aus Italien entlassen worden – unter anderem, weil er Pizzen nicht mit Ananas belegen wollte. Gegen die Kündigung ging er vor. Vergeblich.
05.11.2026, 14.35 Uhr
No, grazie: Pizza mit Ananas
Foto: LauriPatterson / iStockphoto / Getty ImagesMan könnte es Kulturclash nennen: In einem Restaurant in Australien musste ein italienischer Chefkoch seine Sachen packen, weil er sich unter anderem geweigert hatte, Pizzen mit Ananas zu servieren. Davide Tamburella bezeichnete das als »Beleidigung seiner Kultur«.
Wie die BBC berichtet , wurde der Gastronom bereits im Mai aus einem mittlerweile geschlossenen Restaurant in Brisbane gefeuert – wenige Tage nach einem Gespräch mit der Geschäftsleitung, in dem es um Beschwerden zu Tamburellas Verhalten ging. Wie etwa um dessen Weigerung, bei einer Veranstaltung Pizzen mit Schinken und Ananas für die Gäste zuzubereiten. Damals habe Tamburella erklärt, dass er derartige Anweisungen nicht befolgen müsse, wenn sie seine Kultur beleidigten.
Ananashochburg vs. Koch aus Italien = difficile
Der Bundesstaat Queensland, in dem sich das Restaurant befand, gilt als Australiens Ananashochburg. Die Frucht ist dort auch ein wichtiges Wahrzeichen.
Die Details des pikanten Eklats wurden nun bekannt, weil der Koch eine ungerechtfertigte Entlassung vor der australischen »Fair Work Commission« – einem Arbeitsgericht – geltend machen wollte. Am Dienstag veröffentlichte die Kommission ihre Entscheidung. Tamburella habe eingeräumt, dass es das dritte Mal in vier Jahren gewesen sei, dass er sich geweigert habe, Ananas auf dem Teig zu platzieren. Ihm zufolge sei die Kündigung nicht gerechtfertigt gewesen, weil sie sich auch auf einen Arbeitsunfall bezogen habe, bei dem er sich Brüche an der rechten Hand zuzog, so der »Guardian« .
Weiter heißt es in den Berichten, dass Tamburella seinen Chef bat, doch bitte »nachzuprüfen, wie wichtig es für Italiener ist, keine Ananas auf eine Pizza zu legen«. Diese kulturelle Komponente nahm das Gericht auch auf. Allerdings sei es auch um andere Beschwerden gegangen, wie zu Tamburellas Gebrauch von Schimpfwörtern, seinem Kommunikationsstil und Frustration am Arbeitsplatz.
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Tamburellas Antrag auf Feststellung einer ungerechtfertigten Kündigung wurde nun mit der Begründung abgelehnt, dieser sei zu spät eingereicht worden.
Die Gegenseite sieht die Posse offenbar auch etwas anders. Der Geschäftsführer des Restaurants, Elliot Ingram, erklärte der »Daily Mail« nämlich, dass »mehr hinter dieser Geschichte stecke als nur ein Pizzabelag«. Der »Guardian« zitiert Ingram weiter. Demnach sei die umstrittene tropische Pizza auch nicht dessen erste Wahl. 17 Jahre im Gastgewerbe und mehr als ein Jahrzehnt als Restaurantbetreiber hätten ihn aber gelehrt, »sich seine Kämpfe gut auszuwählen«.
In den Berichten heißt es weiter, dass Tamburella um eine Stellungnahme gebeten worden sei. Laut der Plattform LinkedIn arbeite er mittlerweile in einem anderen Restaurant in Brisbane. Ananas sei auf der Speisekarte nicht zu finden.
aeh
Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL
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