Online seit heute, 11.43 Uhr

Sozialministerin Korinna Schumann (SPÖ) hat heute ein Projekt beworben, das Unternehmen bei der Gleichstellung von Frauen und Männern am Arbeitsplatz unterstützt. Der Fokus von „100 Prozent – Gleichstellung zahlt sich aus“ liegt dabei unter anderem auf der fairen Bezahlung.

Dafür soll auch die EU-Lohntransparenzrichtlinie sorgen, bei deren Umsetzung Österreich säumig ist. Es gelte nun, die Koalitionspartner zu überzeugen, sagte Schumann dazu.

Keine Einigung mit Sozialpartnern

Sie sei eine Chance, bestehende Ungleichheiten sichtbar zu machen und faire Kriterien für die Bezahlung zu etablieren. Einen Entwurf hatte Schumann im Juni in die politische Koordinierung der Regierung geschickt. Mit den Sozialpartnern hatte sie sich auch nach über 30 Verhandlungsrunden nicht einigen können. Vor allem die Wirtschaftskammer hatte protestiert.

Österreich habe den drittgrößten Gender Pay Gap in der EU, kritisierte sie bei einer Pressekonferenz. Das Projekt zeige aber, dass Gleichstellung in Unternehmen möglich ist. Die zehn Millionen Euro dafür kommen zu zwei Drittel aus dem Europäischen Sozialfonds und zu einem Drittel aus dem Sozialministerium.

Über 200 Unternehmen beraten

Gleichstellung und faire Bezahlung würden sowohl den Beschäftigten als auch den Unternehmen Vorteile bringen, so die Ministerin. Schließlich stärkten sie das Vertrauen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Betrieb. Das aktuelle Projekt läuft von 2023 bis 2028. Bisher wurden 219 Unternehmen beraten und damit rund 76.700 Beschäftigte erreicht.

Source: ORF · ORF.at

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