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Der italienische Regisseur Tinto Brass ist tot. Er starb heute 93-jährig in Rom, wie seine Familie mitteilte. Der venezianische Regisseur galt als prägende und unkonventionelle Figur des italienischen Kinos der 1960er Jahre. Vom Experimentfilmer wandelte er sich zum Erotikregisseur und sorgte mit Skandalfilmen für Aufsehen.

Der in Mailand geborene Brass arbeitete und studierte Ende der 1950er-Jahre an der Cinematheque francaise und arbeitete danach als Regieassistent Roberto Rossellinis. In den 1960er- und frühen 1970er Jahren galt er als vielversprechender Experimental- und Avantgarderegisseur und er wurde öfters als „Antonioni der 70er“ bezeichnet. Sein Film „La Vacanza“ gewann 1971 auf dem Venedig Film Festival den Preis der Filmkritiker als bester italienischer Film.

Provokante Erotikfilme

Nach „Salon Kitty“ (1976) mit Helmut Berger und vor allem dem Skandalstreifen „Caligula“ (1979) änderte sich sein Filmstil, die folgenden Filme kennzeichneten ihn mehr und mehr als provokanten Erotikfilmer – wobei „Caligula“ gegen den Willen des Regisseurs umgeschnitten wurde, wobei satirische Elemente entfernt und pornografische Szenen hinzugefügt wurden. Brass war unter anderem für seinen Film „Eine unmoralische Frau“ (1992) bekannt, eine Interpretation der Mozart-Oper Così fan tutte.

Die 83. Ausgabe der Internationalen Filmfestspiele von Venedig ehrten erst heuer im September Brass. Die Vorphase des Festivals wurde mit einer restaurierten Fassung des Films „Col cuore in gola“ eröffnet, eine große Ausstellung im Museumskomplex Vittoriano wurde dem Filmemacher gewidmet.

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Source: ORF · ORF.at

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