Selenskyj
Aus der von russischen Truppen besetzten südukrainischen Frontstadt Oleschky Gerettete sind nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zurück in der Ukraine. „Zum jetzigen Zeitpunkt haben ukrainische Bürger aus Oleschky die ukrainische Grenze im Gebiet Tschernihiw überquert“, teilte Selenskyj am Samstag in sozialen Netzwerken mit. Die Region Tschernihiw grenzt an Belarus.
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Auf dem Weg aus der von Moskaus Truppen besetzten Trümmerstadt Oleschky waren die geretteten Menschen gemeinsam mit der Delegation um den ukrainischen Menschenrechtsbeauftragten Dmytro Lubinez zuvor in einer Zwischenetappe in Belarus gewesen. Selenskyj dankte der US-Seite und First Lady Melania Trump, die die Waffenruhe für die Zeit der Evakuierung vermittelt hatte, sowie Lubinez. Die Feuerpause war zudem von Papst Leo XIV. vermittelt worden.
Die Ukraine hoffe, dass der humanitäre Zugang zu Oleschky bestehen bleibe, betonte der ukrainische Präsident. Weitere Schritte in Richtung Deeskalation und echter Fortschritt in Richtung Frieden seien nötig, schrieb Selenskyj. Dazu veröffentlichte er ein Video, das Menschen mit ukrainischen Fahnen in einem Bus zeigt.
Russische Truppen nahmen Stadt kurz nach Kriegsbeginn ein
Bei der Evakuierung aus Oleschky am Vortag hatten die Menschen nach russischen und ukrainischen Angaben die Wahl, sich für eine Ausreise aus der Trümmerstadt oder den Verbleib dort zu entscheiden. Der ukrainische Beauftragte Lubinez und seine russische Kollegin Jana Lantratowa hatten die Evakuierung am Freitag persönlich begleitet. Die Waffenruhe für das Gebiet Cherson, das teils von Russland, teils von der Ukraine kontrolliert wird, endet am Sonntagabend.
Oleschky liegt am Dnipro-Ufer gegenüber der Großstadt Cherson und wurde kurz nach Beginn der russischen Invasion im Februar 2022 von russischen Truppen eingenommen. Russland nutzt die Stadt als Ausgangspunkt für Angriffe Richtung Cherson, die Ukraine wiederum beschießt die Stellungen der Russen in und um die Stadt. Durch die Zerstörung des Kachowka-Staudamms wurde die Stadt 2023 überflutet.
Prekäre Lebensbedingungen
Die Einwohner und Einwohnerinnen litten zuletzt unter katastrophalen Lebensbedingungen. Es fehlte an Essen und medizinischer Versorgung, Strom, Gas und fließendem Wasser.
Einige Bewohner mussten nach eigenen Angaben an manchen Tagen mit einer Tasse Reis oder Buchweizen auskommen. Zur Beschaffung von Wasser und Lebensmitteln riskierten sie ihr Leben auf verminten Wegen. Vor dem Start der Hilfsaktion wurde das Gebiet nun von Minen geräumt, wobei laut Lantratowa zwei Personen ums Leben kamen. Bis zu 2.000 Menschen verbleiben in der Stadt, die vor dem Krieg rund 24.000 Einwohner und Einwohnerinnen zählte.
Tote bei ukrainischem Drohnenangriff in Region Brjansk
Anderswo gehen die Kämpfe indes weiter: So wurden bei einem ukrainischen Drohnenangriff in der russischen Grenzregion Brjansk den Behörden zufolge zwei Menschen getötet. Fünf weitere Personen seien beim Einschlag der Drohne in einem Wohnhaus in der Ortschaft Klimowo verletzt worden, teilte die Regionalverwaltung mit. Das russische Militär habe in den vergangenen 24 Stunden 29 ukrainische Drohnen über der Region abgeschossen.
Außerdem attackierte Kiew eigenen Angaben zufolge eine wichtige Fabrik für Raketentreibstoff in der russischen Grenzregion Rostow. Bei dem nächtlichen Angriff auf das staatliche Chemie- und Rüstungsunternehmen Kombinat Kamenski in Kamensk-Schachtinski wurden vier Produktionsanlagen beschädigt, wie der ukrainische Generalstab mitteilte. Zudem sei es zu einem Brand gekommen. Zum Einsatz kamen demnach sowohl Drohnen als auch ukrainische Neptun-Raketensysteme. Die Anlage im Süden Russlands ist für die russische Kriegsführung von Bedeutung, da sie Treibstoff für Militärraketen herstellt.
Stromausfälle durch russische Drohnenangriffe
Nach Angaben aus Kiew attackierte Russland dagegen erneut ukrainische Energieanlagen. Die Drohnenangriffe hätten in der Nacht auf Samstag zu weitreichenden Stromausfällen geführt, teilte Selenskyj auf Telegram mit. In den Regionen Kiew und Dnipropetrowsk sei die Stromversorgung für rund 280.000 Haushalte unterbrochen worden. Selenskyj sprach von einer schwierigen Lage.
Selenskyj ist derzeit in Istanbul, wo er nach eigenen Angaben den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan treffen wird. Dabei werde es unter anderem um die bilateralen Beziehungen der beiden Staaten und die Schifffahrt im Schwarzen Meer gehen.
Source: ORF · ORF.at
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