Der 60 Jahre alte Kfz-Meister aus Remscheid musste mit einer Freiheitsstrafe zwischen sechs und sieben Jahren rechnen. Das sah eine Absprache zwischen Gericht, Staatsanwaltschaft und Verteidigung in dem Verfahren vor. Im Gegenzug hatte der Mann ein Geständnis im Prozess abgelegt.
Unter der Autowerkstatt des Angeklagten hatte die Polizei vor einem Jahr vier Waffenkammern ausgehoben . Die Ermittler stießen zunächst auf eine Art Museum, zu dem auch Uniformen aus der NS-Zeit, Fotografien und Propagandamaterial gehörten. Der Staatsschutz wurde eingeschaltet, konnte aber keine Anhaltspunkte für eine rechtsextreme Gesinnung des Mannes feststellen.
Sogar Panzerabwehrwaffen gefunden
Im ersten Bereich, der wie ein Museum eingerichtet war, fanden sich zahlreiche Dekorationswaffen oder unschädlich gemachte, sogenannte entmilitarisierte Waffen. Ihr Besitz ist legal. Bei der aufwendigen Räumung entdeckten die Beamten dann schließlich aber mehrere gut getarnte Kellerräume mit Geheimtüren, hinter denen illegale Waffenbestände gefunden worden seien.
Bei der wochenlangen Räumung stellten Beamte rund 300 scharfe Schusswaffen sicher. Darunter befanden sich 125 Maschinengewehre, 67 Maschinenpistolen, 51 Pistolen, 32 Langwaffen, Präzisionsgewehre und 11 Revolver. Auch 13 Panzerabwehrwaffen, 38 Handgranaten, fast 100.000 Schuss Munition sowie Uniformen aus der NS-Zeit befanden sich in den Räumen.
»Mit den sichergestellten Handgranaten und Sprengmitteln hätte man eine Vielzahl von Menschen töten und verletzen können. Das geht bis hin zum Amoklauf oder Terroranschlag, oder sie können damit sogar kriegerische Auseinandersetzungen aller Art führen«, hatte ein Sprecher der Wuppertaler Staatsanwaltschaft die Gefahren betont, die von den Waffen ausgingen.
Dem Hauptangeklagten werden unter anderem massive Verstöße gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz vorgeworfen. Er bekannte sich schuldig, in Polen 70 kompakte Maschinenpistolen des Modells Skorpion gekauft zu haben. Dabei handelt es sich um Waffen der Nachkriegszeit. Das Sammeln von Waffen aus dem Zweiten Weltkrieg nannte er sein Hobby. »Man kann sagen, dass ich ein fanatischer Sammler bin«, erklärte der Hauptangeklagte in dem Strafprozess.
Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL
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