Kurz vor der Wahl in Israel verschärft sich die Lage im Westjordanland weiter: Bei einem Schussangriff wurden nun mehrere Israelis teils lebensgefährlich verletzt. Das Militär hat zwei mutmaßliche Angreifer getötet.

23.10.2026, 09.43 Uhr

Nach Schussangriff nahe Hebron: Israelische Sicherheitskräfte und der Rettungsdienst sind vor Ort Nach Schussangriff nahe Hebron: Israelische Sicherheitskräfte und der Rettungsdienst sind vor Ort

Nach Schussangriff nahe Hebron: Israelische Sicherheitskräfte und der Rettungsdienst sind vor Ort

Foto: Mahmoud Illean / AP

Im Westjordanland eskaliert die Gewalt weiter. Bei dem Schusswaffenangriff dort wurden nach Angaben des Rettungsdienstes fünf Menschen verletzt, von denen sich zwei in Lebensgefahr befanden. Die zwei mutmaßlich palästinensischen Täter wurden israelischen Angaben zufolge getötet.

Das israelische Militär teilte mit, Soldaten seien nach dem Schusswaffenangriff in die Nähe der umkämpften Stadt Hebron geeilt. Sie hätten »zwei Terroristen eliminiert« und würden die Durchsuchungen in dem Gebiet fortsetzen. Von Rettungskräften veröffentlichte Aufnahmen zeigten einen leblosen Menschen auf dem Boden neben einer Tankstelle, während israelische Soldaten patrouillierten.

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Der Vorfall ereignete sich vor dem Hintergrund zunehmender Spannungen im Westjordanland sowie wenige Tage vor der Parlamentswahl in Israel. Die Lage im besetzten Westjordanland hat sich seit dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 und dem dadurch ausgelösten Gazakrieg weiter verschärft. Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums wurden dort seitdem mehr als 1100 Palästinenser bei israelischen Militäreinsätzen, bewaffneten Auseinandersetzungen und eigenen Anschlägen getötet. Auch die Gewalt radikaler israelischer Siedler gegen Palästinenser hat deutlich zugenommen.

Am 27. Oktober sollen die Menschen in Israel ein neues Parlament wählen. Der Konflikt mit den Palästinensern ist ein wichtiges Wahlkampfthema. Rechte Politiker versuchen bei ihrer Wählerschaft zu punkten, indem sie ein hartes Vorgehen gegen palästinensische Gewalt versprechen. Die zunehmenden Angriffe radikaler israelischer Siedler auf Palästinenser im Westjordanland thematisieren sie dagegen kaum. Laut Umfragen könnte es sowohl für das Lager des amtierenden Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu als auch für die Opposition schwierig werden, eine Mehrheit zu sichern.

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asc/dpa/AFP

Source: Der Spiegel · Anna-Sophie Schneider

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