Waldemar Hartmann erlangte deutschlandweit Bekanntheit als Sportmoderator. Er galt als nahbar, beliebt  und mit Hang zum Weißbierglas – spätestens seit Rudi Völlers »Weizenbier«-Replik im Jahr 2003.

Inzwischen arbeitet Hartmann, 78, an einer Zweitkarriere als rechter Kommentator. Beim Julian-Reichelt-Portal »Nius« säuselt der einstige Fußballreporter seit einiger Zeit Takes, die analog zu seiner Altbeschäftigung nach rechts außen klingen. Er bezeichnet Friedrich Merz als »Lügenkanzler«, seine Frau als »Weibi« und spricht von angeblicher »Schnappatmung bei Klimaaktivisten«, weil er SUV fährt.

Am Wochenende haben Hartmanns Auswüchse eine neue, rassistische Ebene erreicht. Nach der SPIEGEL-Titelstory über die Angst der Berliner Linkenspitzenkandidatin Elif Eralp (mehr dazu hier ) schrieb Hartmann bei X, dass er einfach ein Problem damit habe, »dass eine Regierende Bürgermeisterin der deutschen Hauptstadt Berlin Elif Eralp heißt«.

Unter anderem Serap Güler, Staatsministerin im Auswärtigen Amt, kritisierte Hartmann dafür scharf. »Man kann Elif Eralp und ihre Partei zu Recht heftig kritisieren. Sie bieten dafür genug inhaltliche Punkte«, schreibt Güler ebenfalls bei X. »Das hier aber ist ohne Wenn und Aber blanker Rassismus. Einfach Rassismus.«

Auch andere Politikerinnen und Politiker äußerten sich dazu. Die frühere Linkenchefin Janine Wissler schreibt bei Bluesky: »Wer Elif Eralp als Regierende Bürgermeisterin aufgrund ihres Namens und der Herkunft ihrer Eltern ablehnt, ist ein Rassist und nichts anderes.« Die frühere Grünenchefin Ricarda Lang schreibt: »Klassischer Fall von: You're not supposed to say the quiet part out loud.«

Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL

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