Die Exporte sind zwar zurückgegangen, dennoch hat die US-Wirtschaft im dritten Quartal zugelegt. Das liegt vor allem daran, dass sich die Amerikaner trotz steigender Inflation weiter konsumfreudig zeigen.
29.10.2026, 16.35 Uhr
Bauarbeiter arbeiten auf Gerüsten auf einer Baustelle für Wohn- und Gewerbeeinheiten – US-Wirtschaftswachstum beschleunigt
Foto: Keith Srakocic / AP / dpaDas Wachstum der US-Wirtschaft hat sich im Herbst etwas stärker als erwartet beschleunigt. Im dritten Quartal stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zum Vorquartal um annualisiert 3,4 Prozent, wie das Handelsministerium laut einer ersten Erhebung in Washington mitteilte. Volkswirte hatten im Schnitt nur mit einem Wachstum von 3,2 Prozent gerechnet. Im zweiten Quartal war die weltweit größte Volkswirtschaft um 2,2 Prozent gewachsen.
Trotz steigender Inflation zeigen sich die US-Amerikanerinnen und -Amerikaner weiter konsumfreudig. Ihre Ausgaben legten im September um 0,5 Prozent gegenüber dem Vormonat zu, wie das Handelsministerium am Donnerstag mitteilte. Im August hatte es ein Plus bei den persönlichen Ausgaben der Verbraucher von 0,9 Prozent gegeben. Der private Konsum gilt als Motor der US-Wirtschaft, die trotz der Belastungen des Irankriegs im Sommer mehr Fahrt aufgenommen hat.
In den USA werden die Daten zum Wirtschaftswachstum annualisiert veröffentlicht. In Europa wird auf diese Methode verzichtet, weshalb die Zahlen nicht direkt miteinander vergleichbar sind. Um auf eine mit Europa vergleichbare Wachstumsrate zu kommen, müsste man die US-Rate durch vier teilen.
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»Fünf Tage vor den US-Zwischenwahlen untermauern starke Wachstumszahlen für das dritte Quartal das Bild einer widerstandsfähigen US-Wirtschaft», kommentiert der USA-Experte von KfW Research, Stephan Bales. »Der private Konsum erweist sich weiterhin als Stütze trotz Inflation, hoher Spritpreise und steigender Zinsen.«
Zugleich kurbele der KI-Investitionsboom seit Monaten das Wachstum an. »Allerdings wird KI auch zunehmend über Schulden finanziert, was das Wachstum anfälliger für plötzliche Liquiditätskrisen macht. Ohne den Stoßdämpfer des Eigenkapitals führen ausbleibende Gewinne bei hohen Zinsen schnell zu Zahlungsproblemen.«
Bei den US-Zwischenwahlen Anfang November geht es um viel – unter anderem um die Mehrheiten im Repräsentantenhaus und im Senat. Mittendrin: Amerikas Techmilliardäre, die so viel spenden wie nie zuvor. Lesen Sie hier , wie US-Milliardäre die Midterms kaufen.
aeh/dpa/Reuters
Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL
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