Nach mehr als drei Jahrzehnten diplomatischer Friedensbemühungen der Vereinten Nationen in Somalia ist die Untmis-Mission am Samstag offiziell zu Ende gegangen. Das ostafrikanische Land habe in den vergangenen Jahren »beträchtliche Fortschritte« gemacht, »auch wenn erhebliche Herausforderungen bestehen bleiben«, erklärte Untmis-Leiter Raisedon Zenenga. Somalische Institutionen sollten nun die meisten der bisher von der Uno ausgeführten Aufgaben übernehmen.
»Heute ist nicht das Ende der Partnerschaft zwischen den Vereinten Nationen und Somalia – vielmehr markiert dieser Tag den Abschluss eines Kapitels und den Beginn eines neuen«, führte Zenenga aus, der auch stellvertretender Sonderbeauftragter des Uno-Generalsekretärs für Somalia ist.
Die Uno-Mission Unpos für Somalia ging 1995 an den Start. 2013 wurde sie durch Unsom abgelöst, die 2024 in Untmis überging. Die Missionen sollten die somalischen Behörden nach Jahren des Bürgerkriegs beim Übergang zu Demokratie und Rechtsstaatlichkeit unterstützen. Allerdings kontrolliert die dschihadistische Schabab-Miliz noch immer weite Teile des Landes. Für das kommende Jahr sind Parlaments- und Präsidentschaftswahlen geplant.
Den Prognosen zufolge könnte die Regenzeit in dem ostafrikanischen Land aufgrund einer beispiellosen Intensität des gegenwärtigen Klimaphänomens El Niño von überdurchschnittlichen Regenfällen geprägt sein. Bei dem natürlich auftretenden Ereignis erwärmt sich die Wasseroberfläche im östlichen und zentralen Pazifik nahe des Äquators, was weltweit Auswirkungen auf Wind, Luftdruck und Niederschläge hat. Dadurch steigt das Risiko für Wetterextreme.
»Wir benötigen dringend Finanzmittel, um den Menschen dabei zu helfen, ihre Häuser und Lebensgrundlagen zu schützen, sich falls nötig in sicherere Gebiete zu begeben und einen neuen Kreislauf von Vertreibungen zu verhindern«, erklärte der Leiter der IOM-Mission in Somalia, Manuel Marques. Seiner Organisation zufolge sind bislang erst 14 Prozent der benötigten umgerechnet 15 Millionen Euro angekommen, um mehr als 517.000 Menschen in gefährdeten Gebieten des Landes zu unterstützen.
Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL
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