Eine Drohne hat nach Angaben aus Bukarest ein Handelsschiff vor der Küste Rumäniens getroffen und zum Kentern gebracht; in der Folge sank die Khoryv. Ein Seemann sei ums Leben gekommen, neun seien gerettet worden, berichteten mehrere rumänische Medien unter Berufung auf die für die Rettungsaktionen zuständige Schifffahrtsbehörde in der Hafenstadt Constanța. Nach drei weiteren vermissten Seeleuten werde gesucht.
Staatspräsident Dan bezeichnete den Vorfall als weiteren »Eskalationsversuch Russlands« im Zusammenhang mit dem Angriffskrieg gegen die Ukraine. In diesem Kontext »ist ein Schiff von einer Drohne getroffen worden«, sagte Dan. Ob eine russische Drohne das Schiff traf, sagte Dan nicht. »Es ist an der Zeit, dass Russland die Friedensinitiativen der Vereinigten Staaten und Europas ernst nimmt, die Waffenstillstandsvorschläge akzeptiert und den Krieg beendet.«
Auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bezeichnete den Vorfall als »weitere Eskalation seitens Russlands im Schwarzen Meer«, wie sie auf der Plattform X schrieb. »Diese rücksichtslosen Angriffe richten sich gegen unschuldige Menschen und stellen einen offenen Verstoß gegen das Völkerrecht dar.«
Es ist das vierte Handelsschiff, das allein im Oktober vermutlich durch Drohnen-Treffer vor der rumänischen Küste verunglückt ist. Erst vor gut einer Woche waren im Abstand von wenigen Tagen zwei Handelsschiffe nahe Sulina an der Mündung der Donau ins Schwarze Meer von Drohnen getroffen worden. Anfang Oktober war zudem ein weiteres Schiff mit ukrainischem Getreide nahe dem rumänischen Donau-Schwarzmeer-Ort Sfantu Gheorghe betroffen.
Zuletzt häuften sich im Schwarzen Meer die Drohnenangriffe auf Handelsschiffe. In den vergangenen Tagen gerieten auch mehrere Schiffe in Schwarzmeer-Wirtschaftszonen des Nachbarlands Bulgarien ins Visier. Beide Länder verlangen deswegen von der Nato mehr Unterstützung für die Sicherheit im Schwarzen Meer. Im rumänischen Luftraum werden seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die benachbarte Ukraine immer wieder Drohnen gesichtet.
Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL
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