Blanar, der zur linksnationalen Partei »Richtung – Slowakische Sozialdemokratie« (Smer-SD) von Ministerpräsident Robert Fico gehört, besuchte mit einer Wirtschaftsdelegation Russland. In Moskau traf Blanar seinen russischen Amtskollegen Sergej Lawrow und nahm an der Sitzung der bilateralen Wirtschaftskommission teil. Die gemischte slowakisch-russische Kommission war zuletzt vor fünf Jahren zusammengetreten.

Der konservativ-populistische Oppositionspolitiker Gabor Grendel bezeichnete Blanars Moskau-Reise als »internationale Schande« für die Slowakei, die dem Land »trotzdem kein billigeres Öl und Gas« bringe. Der liberale Ex-Außenminister Ivan Korcok nannte Blanar einen »Totengräber der slowakischen Außenpolitik«. Auch andere Vertreter der Opposition in Bratislava kritisieren den Minister heftig und werfen ihm unter anderem »Verrat« vor.

Dass die Kommission wiederbelebt wurde, rechtfertigt Blanar derweil in einer Pressemitteilung des Außenministeriums in Bratislava mit wirtschaftlichen Notwendigkeiten. »Die Slowakische Republik wird weiterhin ihre nationalstaatlichen Interessen verfolgen und die Zusammenarbeit mit der Russischen Föderation in den Bereichen weiterentwickeln, die nicht von Sanktionen (der EU) berührt werden«, wurde der Minister in der Mitteilung zitiert. Man wolle trotz der entschiedenen Verurteilung des völkerrechtswidrigen Angriffskriegs weiter mit Russland im Dialog bleiben.

Die Slowakei ist von russischen Energielieferungen abhängiger als andere EU-Länder. Fico hatte deshalb immer wieder kritisiert, dass EU-Sanktionen für Gas, Öl und Uran seinem Land mehr schaden würden als Russland selbst.

Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL

At a glance

Topic
World
Country
🇩🇪 DE
Publisher language
DE
Added to Allnira