Kyjiw hat erneut schwere Angriffe gemeldet. Bürgermeister Vitali Klitschko berichtete in der Nacht bei Telegram von ballistischen Raketen, die ukrainische Infrastruktur getroffen hätten. Es habe Explosionen in der Vorstadt gegeben, auch im Kyjiwer Zentrum waren mehr als ein Dutzend Explosionen zu hören. Fünf Menschen seien verletzt worden.

Angaben der ukrainischen Luftwaffe und militärnaher Beobachter zufolge galten die Angriffe Wärmekraftwerken im Stadtgebiet und südlich von Kyjiw sowie einem Umspannwerk westlich der Metropole. Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von 172 Drohnen und 36 ballistischen Raketen, die auf Kyjiw und die umliegende Region geschossen worden seien.

Die Stromversorgung der ukrainischen Hauptstadt sei »extrem schwierig«, schrieb Klitschko weiter, auch die Wasserversorgung sowie die Versorgung mit Fernwärme seien betroffen. Außerdem sei eine wichtige Brücke über den Fluss Dnipro, die westliche und die östliche Hälfte der Hauptstadt verbindet, beschädigt worden. Experten seien dabei, das Ausmaß der Schäden zu bewerten.

Das russische Verteidigungsministerium begründete den Angriff auf die Brücke damit, dass sie auch ukrainischen Militärtransporten diene. Dabei wird wichtige Infrastruktur wie Brücken durch das Kriegsvölkerrecht besonders geschützt. Der Moskauer Auflistung zufolge wurden auch eine Fabrik für den ukrainischen Marschflugkörper Flamingo, das Kraftwerk von Tripillja südlich von Kyjiw und ein Umspannwerk im Gebiet Schytomyr attackiert.

Auch die Ukraine griff erneut in Russland an ; das ukrainische Militär zielte dabei auf die Ölraffinerie in der russischen Stadt Saratow an der Wolga an. Die Gebietsverwaltung sprach von Schäden an mehreren Wohnhäusern, wie die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass meldete. Videos in sozialen Netzwerken zeigen Brände auf dem Raffineriegelände. Außerdem wurde Berichten zufolge eine Rüstungsfabrik in Orjol südwestlich von Moskau getroffen.

Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL

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