Der Herbst ist Apfelzeit. Aber braune, runzelige Stellen, die sich bis ins innere ziehen, will man eher nicht an dem Obst finden. In einer Studie zur Sorte Honeycrisp zeigen Forschende nun, dass dieses sogenannte Bitter Pit – die Stippe – davon beeinflusst wird, wie schnell ein Apfel wächst. Eine schnellere Wachstumsrate führt demnach häufiger und intensiver zu der Mangelerscheinung.
Stippe tritt durch Kalziummangel auf, schreiben die Forschenden. Betroffene Früchte weisen dunkle Flecken aus abgestorbenem Gewebe auf. Diese können sowohl in der Schale als auch im Fruchtfleisch auftreten, sehen unschön aus und können den Apfel bitter schmecken lassen. Das hat auch wirtschaftliche Folgen. Die Lagerung nach der Ernte kann den Schweregrad von Stippe erheblich verstärken. Die betroffenen Äpfel werden in der Regel unverkäuflich.
Frühere Untersuchungen hätten gezeigt, dass größere Äpfel besonders anfällig für Stippe sind, so die Forschenden. Doch was für ein biologischer Mechanismus dahintersteckt, sei bisher nicht bekannt gewesen.
Im »Journal of Experimental Botany« schreibt ein Team um Todd Einhorn von der Michigan State University nun, dass der Kalziumtransport durch das Apfelgewebe hin zur Schale gestört werde, wenn die Äpfel zu schnell wachsen. Das könne Stippe begünstigen.
Für die Studie haben die Forschenden drei Äpfel der Sorte Honeycrisp unter drei Wachstumsbedingungen angepflanzt und die Anzahl der Äpfel an einem Baum variiert. So wurden die Ressourcen, die jeder Apfel zur Verfügung hatte, manipuliert. Hingen wenige Äpfel am Baum, konnten sie aufgrund der reichlich vorhandenen Nährstoffe schneller und größer wachsen, während Äpfel an Bäumen mit vielen Früchten langsamer und kleiner wuchsen.
Zudem zeigte sich, dass der Schweregrad der Stippe-Entwicklung während der Lagerung mit dem Auftreten bei der Ernte übereinstimmte, heißt es. »Unsere Daten deuten darauf hin, dass Stippe in erster Linie in der Zeit vor der Ernte entsteht. In dieser Phase sollten potenzielle Strategien zur Eindämmung angewendet werden«, sagte Einhorn. Diese Informationen könnten beim Apfel-Anbau helfen.
Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL
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