Samsung hat dank anhaltend starker Nachfrage nach Halbleitern einen operativen Rekordgewinn von 107,4 Billionen Won (rund 72,5 Milliarden Euro) erzielt. In der Smartphonesparte sieht es unter anderem wegen hoher Speicherpreise weniger rosig aus. Im Zuge einer Telefonkonferenz anlässlich der Quartalszahlen gab der Hersteller einen groben Ausblick, wie er das nächste Jahr im Smartphonesegment bestreiten will.

Weniger Modelle der A-Serie

Ein Unternehmenssprecher der Smartphone-Sparte erklärte, dass im dritten Quartal anhaltende Preissteigerungen bei Speicherchips zu einem Rückgang des Smartphone-Marktvolumens gegenüber dem Vorquartal führten. Vor allem das mittlere und untere Preissegment litt, während der Marktumsatz durch höhere Durchschnittspreise und aufgrund eines größeren Anteils an Premium-Produkten stieg.

So setzten die Geschäftsbereiche MX (Mobile eXperience) und Netzwerk im dritten Quartal zusammen 37,7 Billionen Won (etwa 25,5 Milliarden Euro) um, schrieben aber einen operativen Verlust von 0,6 Billionen Won (rund 405 Millionen Euro). Das Unternehmen geht davon aus, dass die schwierigen Geschäftsbedingungen im nächsten Jahr anhalten werden, da die Komponentenkosten weiterhin hoch bleiben.

Samsung rechnet damit, dass höhere Gerätepreise die Absatzzahlen belasten werden, insbesondere im Einstiegs- und Mittelklassesegment, was zu einer geringeren Modellauswahl in diesen Kategorien führen könnte. Keine guten Nachrichten für Fans der A-Serie. Laut einem aktuellen Bericht aus Südkorea will Samsung die Produktion seiner Galaxy-A-Serie im vierten Quartal um rund 20 Prozent unter die ursprüngliche Planung drosseln.

Mehr Auswahl beim Galaxy S27?

Derweil bereitet Samsung die Einführung der nächsten Galaxy-S-Serie, verbesserter Foldables und einer „Intelligent Eyewear“ vor. Die smarte Brille soll im vierten Quartal dieses Jahres auf den Markt kommen. Das Unternehmen kündigte zudem an, weiter an Konzepten wie dem TriFold sowie anderen neuen Bauformen für das Jahr 2027 zu forschen.

Ohne die Anfang 2027 erwartete Galaxy-S27-Serie beim Namen zu nennen, erklärte Samsung, dass das Unternehmen plane, jedem Modell seiner nächsten Galaxy-S-Serie eine „eindeutigere“ Identität zu verleihen und die Produktpalette auf die Bedürfnisse verschiedener Kundensegmente abzustimmen. Leaks deuten bereits darauf hin, dass Samsung für das nächste Jahr nicht drei, sondern vier Galaxy-S-Modelle plant: neben den üblichen Ultra-, Plus- und Basismodellen wird eine Pro-Version erwartet, die zwischen dem Plus und Ultra positioniert werden soll.

Optisch und in puncto Ausstattung soll sich das Pro-Modell eng an das Ultra-Modell anlehnen. Dabei wird erwartet, dass das Galaxy S27 Ultra mit einem 6,9-Zoll-Display bestückt ist, während das S27 Pro ein kleineres 6,6-Zoll-Display haben könnte. Laut den geleakten CAD-Renderings fehlt dem Pro-Modell allerdings der Schacht für den S Pen. Das ist derzeit jedoch seitens Samsung nicht bestätigt.

Allerdings sagt der Konzern, dass Kundinnen und Kunden sich auf Hardware-Verbesserungen im Bereich des mit dem Galaxy S26 Ultra eingeführten Privacy Displays, der Akkulaufzeit und der Leistung des Prozessors einstellen könnten. Samsung plant außerdem, seinen Fokus weiterhin auf dünnere und leichtere Foldables zu legen.

Ferner priorisiere Samsung den Ausbau seiner KI-Funktionen, die der Konzern unter der Marke „Galaxy AI“ vereint. Laut Daniel Araujo, Vice President der Mobilsparte MX, beabsichtigt Samsung, „nutzerorientierte Funktionen“ weiterzuentwickeln, die durch ein besseres Verständnis des Kontexts und der Absichten der Nutzer ein reichhaltigeres, agentenbasiertes KI-Erlebnis bieten sollen. Nähere Details gab das Unternehmen während der Telefonkonferenz jedoch nicht.

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(afl)

Source: Heise · Andreas Floemer

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