Microsoft hat die Windows-Update-Vorschau für die nicht sicherheitsrelevanten Bestandteile des Betriebssystem-Flickens zum kommenden November-Patchday veröffentlicht. Die Pfadangabe mit Tilde („~\“) zum Zugriff auf das Benutzerverzeichnis kommt damit schon Wochen nach den ersten Windows-Insider-Tests in die allgemeine Verfügbarkeit. Weitere Verbesserungen betreffen etwa die Windows-Wiederherstellungsumgebung oder die Funktion „Cloud Rebuild“ zur schnellen Wiederherstellung defekter Systeme.

Das führt Microsoft in der Versionsankündigung zur Update-Vorschau KB5127936, die Windows 11 26H2 auf Version 26300.9818 und Windows 11 25H2 auf Stand 26200.9818 bringt. Das Update gliedert sich wie üblich in zwei Teile – einerseits die sofort nach Installation wirksamen Update-Bestandteile und andererseits die, die Microsoft mit Feature-Enablement-Packages nach und nach freischaltet. Was alle sofort merken dürften, ist etwa der schnellere Start des Webbrowsers Microsoft Edge. Das Problem mit Remote-Desktop-Sitzungen, das die Oktober-Patchday-Sicherheitsupdates eingeführt haben und wodurch Nicht-Admins keine Verbindung zu Rechnern mit aktiviertem Administratorschutz aufbauen konnten, hat Microsoft behoben. Ebenso soll sich die Smart App Control wieder aktivieren lassen.

Einstellungen zur Smart App Control in Windows

Die Smart App Control lässt sich wieder aktivieren.

(Bild: heise medien)

Die Entwickler korrigieren zudem ein mit den September-Patches aufgekommenes Problem im „Always On VPN“. Auf Systemen mit AMD-Prozessoren soll für das Windows-Subsystem für Linux 2 (WSL2) die „Nested Virtualization“ wieder verfügbar sein. Nicht behoben hat Microsoft hingegen Probleme mit bestimmten USB-Audio-Klasse-1.0-Geräten, die weiterhin etwa den Fehlercode „This device cannot start (Code 10)“ zurückliefern und keinen Ton ausgeben.

Schrittweise Verteilung

Spannender sind die Funktionen, die Microsoft erst nach und nach freischalten will. Am wichtigsten ist für Microsoft offenbar das aktualisierte Kontextmenü im Datei-Explorer. Die Entwickler haben es entrümpelt, es soll schneller reagieren, einfacher sein und dennoch anpassbar bleiben. Dazu dient der Eintrag „Menü anpassen“ am unteren Ende des Kontextmenüs. Damit sollen sich etwa die Symbole für Ausschneiden, Kopieren, Einfügen, Umbenennen, Löschen und Teilen ausblenden und durch Texteinträge ersetzen lassen, „Eigenschaften“ lässt sich nach ganz unten ins Menü verschieben. Die Einträge „Senden an“ oder „Verknüpfung erstellen“ sollen sich zudem ausknipsen lassen.

In der Adressleiste des Datei-Explorers lässt sich nun das Benutzerverzeichnis mit der Abkürzung „~“ ansteuern, wie es unter Unix seit Dekaden Usus ist. Als Beispiel nennt Microsoft den Anwendungsdatenordner „~\AppData“, der sich so sehr schnell erreichen lässt. Unter „Datenschutz und Sicherheit“ in den Windows-Einstellungen zeigt Microsoft nun gruppierte Einträge für Standort, Kamera und Mikrofon an, wodurch die Nutzungsinformationen aus den verknüpften Unterseiten auf die Hauptseite wandern.

Bessere Wiederherstellungsfunktionen

Die Windows-Wiederherstellungsumgebung (WinRE) nutzt nun automatisch WLAN-Profile, die in Windows gespeichert wurden. Das gilt auch für unterstützte zertifikatbasierte Netze. Bei der Wiederherstellung können die Systeme dadurch automatisch online gehen und dann die Schnelle Maschinenwiederherstellung (Quick Machine Recovery) oder die Cloud-Wiederherstellung nutzen, ohne dass zuvor in WinRE WLAN-Zugangsdaten angelegt werden müssten. Das aktiviert Microsoft zugleich standardmäßig, Admins können das aber auch abschalten.

Die Cloud-Wiederherstellung hat Microsoft ebenfalls in der Windows-Insider-Vorschau vom Anfang Oktober vorgestellt. „Cloud Rebuild“ lädt das Windows-Image und die Gerätetreiber von Windows Update herunter, sodass die Geräte auch ohne USB-Medien und angepasstes Installationsabbild wieder voll funktionstüchtig werden – und funktioniert somit anders als die „PC zurücksetzen“-Option. Damit landet auch die Funktion zum sicheren Löschen der Speichermedien bereits in der allgemeinen Verfügbarkeit.

Viele Kleinigkeiten listet Microsoft für Interessierte auf. So zeigt Windows nach einer Wiederherstellung auf ein neues Gerät eine Zusammenfassung an. Die Stromsparmodi wurden leicht verbessert. Der Speicherschutz soll auf mehr Geräten verfügbar sein. Außerdem unterstützt Windows nun IPv6 CLAT auf WLAN- und Ethernet-Netzwerkkarten.

(dmk)

Source: Heise · Dirk Knop

At a glance

Topic
Technology
Country
🇩🇪 DE
Publisher language
DE
Added to Allnira