Der Künstler Janosch ist im Februar 2021 auf Teneriffa zu sehen.

Reaktionen zum Tod des Illustrators Janosch machte "Kindern Mut zum Träumen"

Stand: 04.11.2026 • 16:10 Uhr

Ein Kinderbuchautor, dessen Figuren Generationen begleitet haben: Nach Janoschs Tod ist die Anteilnahme groß. Bundespräsident Steinmeier würdigte den Schriftsteller als "Lebensbegleiter für ungezählte Kinder und ungezählte Erwachsene".

Ob Szenen aus "Post für den Tiger" oder Weisheiten wie: "Alles ist auf eine so wunderbare Weise ja gar nicht wahr" - Janoschs Figuren und ihre Lebensmottos prägten die Kindheit von Millionen Menschen. Nun ist der Kinderbuchautor und Illustrator, der mit bürgerlichem Namen Horst Eckert hieß, mit 95 Jahren gestorben. Die Anteilnahme ist groß.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier würdigte Janosch als "Lebensbegleiter wie nur wenige andere Autoren und Zeichner" für "ungezählte Kinder, für ungezählte Erwachsene, die mit Kindern leben, und für alle, die nicht verlernt haben, zu staunen und sich zu wundern". Nur wenige andere Autoren und Zeichner hätten eine solche Wirkung erzielt. Die Figuren von Janosch hätten Kindern auf der ganzen Welt "Mut zum Träumen" gemacht.

Janosch habe Kindern auf der ganzen Welt Mut zum Träumen gemacht, erklärte Bundespräsident Steinmeier nach dem Tod des Kinderbuchautors.

"Wollte den Menschen seine verpasste Kindheit zurückgeben"

Dabei habe der 1931 geborene Janosch gar nicht "Abermillionen Menschen" erreichen wollen, erinnert sich sein Tübinger Verleger Bernhard Feil im Gespräch mit SWR Kultur. Vor allem habe er Frieden für sich selbst gesucht: "Er wollte den Menschen seine verpasste Kindheit zurückgeben - auf eine Weise, die spielerisch und verständlich ist. Und das ist ihm gelungen."

Seine eigene Kindheit in Oberschlesien bezeichnete Janosch selbst später oft als "Hölle". Neben der Armut der Familie habe ihm ein strenger Pfarrer Angst vor Gott gemacht. Der Vater sei ein gewalttätiger Alkoholiker gewesen.

"Das wahre Glück im vermeintlichen Kleinen"

1978 gelang Janosch mit dem Buch "Oh, wie schön ist Panama" der Durchbruch als Autor. Ausgezeichnet wurde er dafür mit dem Jugendliteraturpreis.

Auf die berühmte Abenteuergeschichte vom kleinen Tiger und dem kleinen Bären nahm auch Kulturstaatsminister Wolfram Weimer in seiner Würdigung Bezug. Solche Geschichten hätten Kindern und Erwachsenen auf der ganzen Welt gezeigt, "dass das wahre Glück im Leben oft im vermeintlich Kleinen und eigentlich ganz Großen liegt, in Freundschaft und in Freiheit".

Janosch habe mit seinen Figuren zugleich immer auch gesellschaftliche Erwartungen in Frage gestellt, sagte Katrin Hartmann, die Cheflektorin des Beltz-Verlages, im SWR. "Sie sind unangepasst und widerspenstig und stellen gesellschaftliche Erwartungen in Frage, was man besitzen und erreichen muss, um glücklich zu sein."

Janoschs Geschichten hätten gelehrt, "die Welt mit wachem Blick und warmem Herzen zu betrachten", teilte SWR-Intendant Kai Gniffke mit. "Janoschs Tigerente ist Teil unseres kollektiven Gedächtnisses - und sie hat mit dem 'Tigerenten Club' im Kinderfernsehen des SWR und der ARD ihren festen Platz gefunden."

Unbeachtete Menschen zu Helden gemacht

In dem Weinheimer Verlagshaus war "Oh, wie schön ist Panama" 1978 erschienen. Von dort habe es seinen Weg in die ganze Welt gefunden, so Hartmann. Dass das Buch so erfolgreich wurde, liegt auch an der Zuversicht und Ermutigung, die in vielen der Zeilen steckt:

Einmal trafen sie eine Krähe. 'Vögel sind nicht dumm', sagte der kleine Bär und er fragte die Krähe nach dem Weg. 'Welchen Weg?', fragte die Krähe. "Es gibt hundert und tausend Wege.'

"Aus: "Oh, wie schön ist Panama"

Janosch habe Menschen zu Helden gemacht, "die sonst niemand beachtet", schrieb Zeit-Redakteur Tillmann Prüfer in seinem Nachwort zum Buch "Herr Wondrak rettet die Welt, juchhe!". In dem Buch sind die Kolumnen vereint, in denen Janoschs Alter Ego Wondrak im Zeit-Magazin seit 2013 das Zeitgeschehen kommentiert hatte.

Wondrak weiß das: Im Leben geht es vor allem darum, dass man bei Windstärke eins nicht gleich umfällt. Um viel mehr geht es nicht.

Wondrak

Die Werke von Janosch wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt. Ihre Gesamtauflage geht in die Millionen.

Zum Gedenken an Janosch ändert der SWR heute sein Programm und zeigt um 23:30 Uhr die Dokumentation "Da wo ich bin, ist Panama - Die Lebensreise des Herrn Janosch". Der Film wird auch in der ARD-Mediathek abrufbar sein.

Source: Tagesschau · tagesschau.de

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