In Polen haben Polizei, Grenzschutz und Militär einen groß angelegten Einsatz an der Grenze zur russischen Exklave Kaliningrad begonnen. Es habe von den Geheimdiensten sehr genaue Informationen gegeben, wonach es zum Eindringen bewaffneter Menschen auf das polnische Staatsgebiet kommen könne, sagte Regierungschef Donald Tusk.

»Kurz nach Mitternacht bekam ich die Information, dass an der polnisch-russischen Grenze beunruhigende Bewegungen beobachtet werden«, sagte Tusk weiter. Unter anderem seien Personen mit Taschenlampen nahe der Grenze unterwegs gewesen. Durch schnelle Aktionen der Einsatzkräfte seien Provokationen verhindert worden. Zur Frage, ob es sich tatsächlich um eine Provokation gehandelt habe, sagte Tusk: »Natürlich werden wir das niemals vollständig bestätigen können.«

Die Spannungen an der Grenze zu Kaliningrad hatten zuletzt zugenommen. Ende September drang nach Angaben der polnischen Armee ein aus der russischen Exklave gestarteter Militärhubschrauber kurzzeitig in den polnischen Luftraum ein. Die Armee warf Russland damals vor, die Bereitschaft der polnischen Luftverteidigung testen zu wollen.

Erst im Sommer gab es US-Medienberichte über neue Geheimdienstinfos darüber, dass der russische Präsident Wladimir Putin innerhalb der nächsten Jahre versuchen könnte, die Entschlossenheit der Nato mit einem begrenzten Angriff auf ein Bündnisland zu testen. Mögliche Szenarien reichen von einer Cyberattacke bis zu einem klein angelegten Eindringen von Soldaten in nicht gekennzeichneten Uniformen in ein Nato-Land.

Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL

At a glance

Topic
World
Country
🇩🇪 DE
Publisher language
DE
Added to Allnira