- Nur die halbe Miete: Click Boom Flash #74 „Analogfotografie – und dann?“
Dieses Gespräch und weitere Interviews mit Persönlichkeiten aus der Fotowelt hören Sie in unserem Foto-Podcast Click Boom Flash. Jeden zweiten Sonntag neu und auf allen gängigen Podcast-Plattformen.
Kodak hat zum 1. Februar 2026 die Preise für Farbnegativfilme um bis zu 39 Prozent erhöht. Ein Dreierpack Kodak Gold kostete in der Drogerie früher rund 10 Euro, heute zahlen Fotografen 24 bis 25 Euro. Mit Entwicklung und Scan bezahlt man mindestens 20 Euro, um die Bilder einer Filmrolle in den Händen zu halten. Ein analoges Bild aufzunehmen, ist also die nur halbe Miete in einem langen, kostspieligen Prozess. Judy Hohmann und Redakteur Robin Ahrens schauen deshalb hinter die Kulissen der Analogfotografie.
Alte Maschinen im Dauerbetrieb
Bei Foto Kotti in Berlin entwickelt das Team täglich rund 100 Filme, am häufigsten den Kodak Gold. Trotzdem merkt Mitarbeiterin Bini einen Rückgang: Filme kosten mehr, Apps ahmen den Retro-Look nach und auf Social Media sind gerade Digitalkameras aus den 2000ern angesagt. Auch die Chemikalien zum Entwickeln sind teurer geworden. Noch schwerer wiegt, dass kaum noch jemand Ersatzteile für Scanner und Entwicklungsmaschinen liefern kann. Analogfotografinnen und -fotografen zahlen also auch für eine Technik, die in die Jahre kommt.
Remjet, Rebranding und Badezimmer-Labor
Auch der Markt selbst stiftet Verwirrung. Kodak vertreibt seine Filme seit Ende 2025 wieder selbst und hat Klassiker wie den Portra umbenannt. Cinestill verkauft auf 35mm-Film adaptierten Kinofilm von Kodak. Dafür entfernt das Unternehmen die rußartige Remjet-Schicht der Filme. Gerät Kinofilm mit dieser Schicht in eine normale C41-Maschine, können die Walzen verkleben. Wer selbst entwickeln will, braucht absolute Dunkelheit, Geduld und einen Plan, wie er die Chemikalien entsorgt.
Negative digitalisieren
Erst beim Scannen zeigt sich, wie gut das Bild wirklich wird. KI kann beim Entrauschen helfen. Robin probierte es aus, doch ChatGPT veränderte auf einem seiner Nachtbilder aus Borneo einfach die Schrift einer Leuchtreklame. Welche Erfahrungen Bini im Einzelhandel macht und Tipps für die nächste Reise gibt es in der aktuellen Folge.
Jeden zweiten Sonntag um 9 Uhr erscheint eine neue Folge von Click Boom Flash, dem Podcast des Magazins c't Fotografie. Sie finden ihn in allen großen Podcast-Verzeichnissen. Hören Sie jetzt rein, mit Apple Podcasts, Spotify, Amazon Music oder in der Podcast-App Ihrer Wahl.
(hoh)
Source: Heise · Judith Hohmann
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