Nordkorea hat laut offiziellen Angaben am Samstag ein Waffensystem mit Streubomben-Sprengköpfen getestet. Man habe deren Einsatzfähigkeit und Wirkung überprüfen wollen, hieß es. Die Zerstörungskraft derart bestückter Raketen ist laut Angaben der nordkoreanischen Regierung erheblich: Demnach kann die Waffe ein Zielgebiet von zwölf bis 13 Hektar vollständig zerstören.
Die Sprengköpfe ließen sich in vier Kategorien einteilen, erklärte ein Vertreter der nationalen Raketenbehörde, ohne auf Details einzugehen. Nordkorea werde seine Militäreinheiten bis Ende 2026 in die Lage versetzen, je nach Einsatzzweck alle Arten dieser Bomben einzusetzen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA am Sonntag.
Von KCNA veröffentlichte Fotos zeigten den Start eines Geschosses von einer mobilen Abschussvorrichtung sowie mehrere Einschläge auf einer Insel. Machthaber Kim Jong Un war bei dem Versuch nicht anwesend. Bereits im April hatte er einen Test von Streumunitions-Sprengköpfen begleitet.
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Erst am Donnerstag hatte Nordkorea nach südkoreanischen Angaben etwa ein Dutzend ballistische Kurzstreckenraketen in Richtung des Ostmeers abgefeuert. Zuvor hatten sich die Spannungen an der schwer befestigten Grenze verschärft: Bei einer Explosion waren drei südkoreanische Soldaten verletzt worden. Seoul vermutet nordkoreanische Landminen, Pjöngjang weist dies zurück.
Die USA, Südkorea und Japan hatten erst am Freitag ihre Forderung nach einer »vollständigen Denuklearisierung« Nordkoreas bekräftigt. Das Land hält trotz internationaler Sanktionen an seinem Atomwaffen- und Raketenprogramm fest. Erfahrungen mit moderner Kriegsführung sammelte Nordkorea unter anderem, indem es Truppen für seinen Verbündeten Russland in den Krieg in der Ukraine schickte.
Nordkorea soll bis zu 120 Atomwaffen besitzen
US-Präsident Trump hatte im Umgang mit Nordkorea immer wieder versöhnliche Töne angeschlagen. In seiner ersten Amtszeit traf er Kim drei Mal. Im August erklärte er, den nordkoreanischen Machthaber noch in diesem Jahr treffen zu wollen. Hoffnungen auf eine Vereinbarung für eine Denuklearisierung des international weitgehend isolierten Landes erfüllten sich aber nicht.
Nordkorea unterliegt wegen seines Atomwaffen- und Raketenprogramms seit Jahren umfassenden internationalen Sanktionen. Pjöngjang hält dennoch an den Programmen fest und verankerte seinen Status als Atommacht 2023 sogar in der Verfassung. Nach Schätzungen der südkoreanischen Regierung ist Nordkorea im Besitz von 80 bis 120 Atomwaffen.
Südkorea und Nordkorea befinden sich offiziell im Kriegszustand, da der Koreakrieg 1953 nur mit einem Waffenstillstand und nicht mit einem offiziellen Friedensvertrag endete.
Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL
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