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Heute entscheidet sich in den USA, wie die restlichen zwei Jahre von Donald Trumps Präsidentschaft ausfallen werden. Behält er die Mehrheit im Repräsentantenhaus und im Senat, dann kann er durchregieren bis zum Schluss. Seine nationalistische und minderheitenfeindliche Politik hätte sich durchgesetzt. Die Amerikaner hätten ihm das Land dauerhaft ausgeliefert. Sein Umbenennungswahn (mehr dazu hier ) hätte dann mal einen guten Grund: Künftig könnten wir wahrheitsgemäß von den Vereinigten Staaten von Donald Trump sprechen.
US-Präsident Trump vor Reportern
Foto:Brendan Smialowski / AFP
Oder Trumps Republikaner verlieren in beiden Kammern die Mehrheit. Dann wäre der US-Präsident eine lame duck, eine lahme Ente, die keine großen Projekte mehr durchsetzen könnte, dafür aber womöglich umso wütender schnattert. Ziemlich sicher würde Trump eine Niederlage nicht akzeptieren, würde wildgeworden über Wahlbetrug zetern und jede erdenkliche Möglichkeit nutzen, um das Ergebnis anzufechten. Noch mehr als bisher schon würde Trump dann wohl per executive order regieren, also per Dekret – womöglich noch radikaler als bisher.
Beides keine besonders schönen Aussichten, wenn Sie mich fragen. So richtig aufatmen kann die Welt erst in gut zwei Jahren, wenn Donald Trump endlich aus dem Amt ausscheidet und ganz sicher niemals ins Weiße Haus zurückkehrt. Bis dahin werden wir Nichtamerikaner damit umgehen müssen, was in den USA entschieden wird. Denn eines ist sicher: Wir haben keine Wahl.
Heute geht in Berlin die nicht öffentliche Konferenz der CDU-Kreisvorsitzenden zu Ende. Gestern war für zwei Stunden der Parteichef Friedrich Merz dabei, heute trifft man sich am Vormittag noch mit dem Fraktionschef Thorsten Frei im Bundestag, dann geht es wieder heim in die Provinz.
Bundeskanzler und CDU-Vorsitzender Friedrich Merz
Foto: Filip Singer / EPAMeine Kollegen Paul-Anton Krüger und Christian Teevs haben sich bei Teilnehmern umgehört und berichten von einem einigermaßen unangenehmen Termin für den Bundeskanzler. Vor den Saalmikrofonen hätten sich lange Schlangen gebildet, mehr als 30 Kreischefs wollten eine Botschaft an Merz loswerden. Etwa zur Zuckersteuer: Was sei denn ein Parteitagsbeschluss dagegen überhaupt wert, wenn sie Merz dann mit der SPD trotzdem beschließt (mehr dazu hier)? Insgesamt, sagte einer, brauche es »mehr CDU-Linie«. Und ein weiterer Teilnehmer habe berichtet, man drucke in seinem Kreis lieber kein CDU-Logo mehr auf die Plakate, sonst werde man nicht gewählt.
Merz, heißt es, gab sich kämpferisch und ging auf die kritischen Fragen ein. Vielleicht hat das manchem Kreisvorsitzenden schon gereicht: Jetzt kann er heimfahren und erzählen, dass er dem Kanzler mal so richtig die Meinung gegeigt hat.
Manchmal lernt man aus Interviews erstaunliche Dinge, gerade als juristischer Laie. Ich wäre zum Beispiel mit großer Sicherheit davon ausgegangen, dass es strafbar ist, sich als geheim eingestufte Dokumente von einem Vertrauten aus dem Bundesnachrichtendienst nach Hause bringen zu lassen. Stimmt aber anscheinend gar nicht: »Der Besitz geheimer Dokumente aus dem BND ist als solcher nicht strafbar«, sagt jedenfalls Leon Kruse. Man muss allerdings wissen: Kruse ist der Strafverteidiger des in Untersuchungshaft sitzenden ehemaligen BND-Chefs August Hanning. Dem wirft die Bundesanwaltschaft »landesverräterische Ausspähung« vor (mehr dazu hier ).
Polizei vor dem Anwesen des ehemaligen BND-Chefs August Hanning (6. Oktober 2026)
Foto: Christoph Reichwein / dpaKruse sagt im Gespräch mit meiner Kollegin Astrid Geisler und meinem Kollegen Sven Röbel, nur Staatsgeheimnisse könne man landesverräterisch ausspähen. Es sei jedoch längst nicht jedes Geheimnis ein Staatsgeheimnis. Und selbst wenn es Staatsgeheimnisse gewesen sein sollten, die er sich da besorgt hat, habe Hanning gar nicht die Absicht gehabt, sie zu verraten, sondern sich als ehemaliger Geheimdienstchef möglicherweise einfach nur persönlich dafür interessiert. Und dieser General vom chinesischen Militärgeheimdienst, mit dem sich Hanning über Politik unterhalten hat, sei ja auch schon ein Pensionär, so wie Hanning. Da haben sich dann also nur zwei Rentner getroffen? Dann ist es ja vielleicht wirklich so, wie der Strafverteidiger Kruse sagt: »An diesen Vorwürfen ist nichts dran.«
Vielleicht ist es aber auch doch eher so, wie die Bundesanwaltschaft sagt, und der ehemalige Chef des Bundesnachrichtendiensts hat nach seinem Ausscheiden Geld dafür genommen, Staatsgeheimnisse zu verraten. Das wird am Ende ein Gericht zu klären haben.
Das ganze Interview hier: »Die weiteren Ermittlungen werden zeigen, dass Herr Hanning keine Staatsgeheimnisse verraten hat«
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Verlierer des Tages…
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU)
Foto: Karl-Josef Hildenbrand / dpa…ist Innenminister Alexander Dobrindt (CSU), der sich für sein Gerede von »Chaoten aus dem migrantischen Milieu« bei den Gen-Z-Protesten nicht nur Widerspruch vom SPD-Koalitionspartner Boris Pistorius einfängt, sondern auch aus der Union: »Es gibt in Deutschland nicht das eine Milieu von Migranten«, stellte der CDU-Politiker Norbert Röttgen klar: »Es sind Einzeltäter, immer Einzeltäter.« Aber gilt das auch für die Analyse des Innenministers? Oder ist Dobrindt möglicherweise Teil eines gefährlichen bayerischen Milieus? Das werden wir im Auge behalten müssen.
Mehr Hintergründe hier: Röttgen widerspricht Dobrindts Aussage zu »Chaoten aus migrantischem Milieu«
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Witkoff kündigt neue Gespräche mit Kyjiw und Moskau an: Die USA, Russland und die Ukraine haben zuletzt im Februar im Dreierformat miteinander gesprochen. Kommende Woche wollen sie wieder zusammenkommen. US-Vermittler Steve Witkoff hat konkrete Verhandlungsziele.
Apple meldet dank iPhone-Geschäft neue Rekordzahlen: Die Erwartungen wurden noch übertroffen: Apple hat im vergangenen Quartal seinen Umsatz auf 114,5 Milliarden Dollar gesteigert, vor allem dank Smartphones. Mit seinem Ausblick enttäuscht der Konzern allerdings.
Frankreich bahnt mit Taliban Abschiebungen an – USA versuchen es durch die Hintertür: Die Regierung in Paris will irreguläre afghanische Migranten in ihre Heimat zurückschicken. Dafür laufen Gespräche mit den Taliban. In den USA wiederum gibt es Pläne für eine Abschiebung auf Umwegen.
Heute bei SPIEGEL Extra: So bauen Frauen beim Training Fett ab. Aber nicht Muskeln
Immer dünner, zugleich muskulöser: Dieses Fitnessideal hat physiologische Grenzen. Eine Wissenschaftlerin erklärt, wann Fettabbau den Muskelaufbau bremst, warum Protein allein nicht hilft – und wann die Periode Alarm gibt.
Ich wünsche Ihnen einen guten Start in den Tag.
Ihr Stefan Kuzmany, Autor der Chefredaktion
Source: Der Spiegel · Stefan Kuzmany
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