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Heute beginnen in Berlin die Koalitionsverhandlungen von Linken, Grünen und SPD über die Bildung einer gemeinsamen Regierung in der Hauptstadt. Am Samstag hatte sich die Linkspartei als letzte der drei potenziellen Partnerparteien für die Aufnahme von Koalitionsgesprächen ausgesprochen. Damit wird es nun konkret: Wer soll welches Ressort leiten, auf welche gemeinsamen Projekte will man sich festlegen?
Verhandlungspartner Elif Eralp (Linke), Steffen Krach (SPD), Werner Graf (Grüne)
Foto: Fabian Sommer / dpaEin offenkundiges Problem bleibt dabei die innere Zerrissenheit der Berliner Linken: Auf der einen Seite die pragmatische, regierungswillige Mehrheit um die Spitzenfrau Elif Eralp. Auf der anderen die propalästinensischen, teils auch antisemitischen Genossinnen und Genossen vor allem aus dem Bezirksverband Neukölln, denen der Kampf gegen Israel wichtiger zu sein scheint als eine linke Regierungschefin in der Hauptstadt (mehr dazu hier ).
Wohl auch als Reaktion auf ihr dem SPIEGEL versehentlich offenbartes Bekenntnis der Angst vor propalästinensischen, gewaltbereiten Aktivisten, hat Eralp den Berlinerinnen und Berlinern auf dem Parteitag versprochen, »mit allen Mitteln gegen Organisierte Kriminalität, gegen Terror, gegen alles« vorzugehen. Aus ihrem Lager ist der SPIEGEL für seine Veröffentlichung der Ängste Eralps stark kritisiert worden (mehr hier ). Das ist nicht weiter verwunderlich. Womöglich ist ihr Angstbekenntnis letztlich aber sogar vorteilhaft für Eralp. Denn jetzt bleibt ihr gar nichts anderes mehr übrig, als den internen Konflikt mit den propalästinensischen Parteifreunden konsequent auszutragen. Ob sie die Kraft hat, ihn zugunsten einer stabilen Koalition zu klären, wird darüber entscheiden, ob Elif Eralp Berlin regieren kann.
Vielleicht sind Sie schon seit 15 Jahren hier, waren immer pünktlich und haben Ihre Arbeit getan, Tag für Tag, haben Ihren Mund gehalten, aber heute muss es raus: Hey Boss, Sie brauchen mehr Geld!
Warnstreik in Andernach in Rheinland-Pfalz
Foto: Thomas Frey / dpaDas gilt nicht nur für den fiktiven Arbeitnehmer Bruno Wolf, den der Schlagersänger Gunter Gabriel 1974 besungen hat, so sehen das auch heute die rund 3,7 Millionen Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie – oder zumindest diejenigen von ihnen, die in der IG Metall organisiert sind. Die Gewerkschaft fordert 5 Prozent mehr Geld und will Garantien für Arbeitsplätze und Standorte. Die Arbeitgeber haben eine Einmalzahlung sowie 1,3 Prozent mehr Lohn ab Juli 2028 angeboten (mehr dazu hier). Das nennt die Gewerkschaft eine Provokation, zumal das Angebot unter der Inflationsrate liegt.
Die Arbeitgeber verweisen auf die schwierige wirtschaftliche Lage der Branche, die Gewerkschaft meint, das komme darauf an: Auto- und Zulieferindustrie schwächelten zwar, aber in Luft- und Raumfahrt, Elektrotechnik sowie Medizin- und Wehrtechnik gebe es einen Boom. Seit Sonntag, 0 Uhr, laufen jetzt Warnstreiks.
Mehr Hintergründe hier: Warnstreiks der IG Metall sind angelaufen
Heute beginnt der »Digitalgipfel« der Bundesregierung, eine zweitägige Veranstaltung in Berlin mit Vorträgen und Diskussionsrunden zum Thema »Shaping AI: safe, sovereign, competitive«. Der Titel ist auf Englisch, denke ich mir, damit die Chefs von OpenAI und Anthropic gar nicht lange übersetzen müssen, sondern gleich was zu Lachen haben, wenn sie lesen, das deutsche Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung habe vor, künstliche Intelligenz sicher, souverän und wettbewerbsfähig zu gestalten. Tatsächlich sind Deutschland und Europa doch weitgehend Zuschauer einer Entwicklung, deren epochale Evolution anderswo stattfindet.
Mikrobiologin und Friedensforscherin Dunja Sabra
Foto:Samantha Bermúdez / DER SPIEGEL
Zuletzt war viel von den Gefahren der künstlichen Intelligenz die Rede, wobei die Prozentangaben der Wahrscheinlichkeit eines KI-verursachten Untergangs der Menschheit etwas zu spekulativ und reißerisch klingen, um sie wirklich ernst nehmen zu können. Erkenntnisreicher ist es, die Sache einfach mal auszuprobieren, so wie die Mikrobiologin und Friedensforscherin Dunja Sabra. Gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen vom Carl Friedrich von Weizsäcker-Zentrum für Naturwissenschaft und Friedensforschung hat sie ausprobiert, was alle fürchten: Wie weit kommt man, wenn man sich von der KI bei der Entwicklung einer Biowaffe helfen lässt (mehr dazu hier )?
Die Antworten, die Sabra meinen Kolleginnen Angela Gruber und Sharin Santhiraraja-Abresch gegeben hat, könnten Sie beunruhigen. Das ist die schlechte Nachricht. Die noch schlechtere: Sabra und Kollegen haben ihre Testfragen 2025 gestellt. Seither hat die KI einiges dazugelernt.
Das ganze Interview hier: »Mal spielten wir einen Einzeltäter, mal eine gut finanzierte Terrorgruppe«
Lesen Sie hier den aktuellen SPIEGEL-Leitartikel
Kann Elon Musk den Republikanern die Wahl kaufen? Diese Woche entscheidet sich, ob Donald Trump im US-Kongress noch eine Mehrheit haben wird. Es ist auch ein Test dafür, wie weit die Macht des reichsten Manns der Welt reicht .
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Noch mehr Rätsel wie Viererkette, Wordle und Paarsuche finden Sie bei SPIEGEL Games.
Gewinner des Tages…
Extremwanderer Karl Bushby
Foto: Brian Melley / AP… ist der britische Extremwanderer Karl Bushby, der aller Voraussicht nach heute in seinem Heimatort Hull ankommen wird – nach 28 Jahren und 58.000 Kilometern zu Fuß. Wobei ich mir nach der Lektüre des Textes meines Kollegen Jonathan Stock gar nicht so sicher bin, ob Bushby tatsächlich ein Gewinner ist – oder doch eher ein Mann, der auf dem langen Weg sich selbst verloren hat.
Die ganze Geschichte hier: Dieser Mann ging 28 Jahre lang nach Hause. Nun kommt er an – und jetzt?
Die jüngsten Meldungen aus der Nacht
Ukraine und Russland melden Cyberangriffe auf ihre Warn-Apps: In Kyjiw wurde vor radioaktiver Strahlung gewarnt, dabei bestand diese Gefahr gar nicht: Eine Notfall-App sei gehackt worden, heißt es von den Behörden. Kurz darauf berichtet auch Moskau von einem »massiven Cyberangriff«.
Italiens Presse feiert eine »Legende« namens Antonelli, Vettel hat ein paar Ratschläge: Einen jüngeren Formel-1-Weltmeister gab es nie: Kimi Antonelli ist nach seiner Krönung dankbar und sprachlos. Die Medien in seiner Heimat Italien sind außer sich. Und der bisherige Rekordhalter analysiert den Siegeszug des 20-Jährigen.
Privatjet zerschellt in Wohngebiet in Florida – neun Tote: Überwachungskameras filmten den Einschlag, ein gewaltiger Krater zeugt von der Wucht: Nahe West Palm Beach ist ein Privatflugzeug abgestürzt. Das Unglück ereignete sich in einer belebten Gegend.
Heute bei SPIEGEL Extra: KI im Arbeitsalltag – »Ich glaube, es dauert nicht mehr lange, bis daraus ein tragfähiger Kündigungsgrund wird«
J Studios / Digital Vision / Getty Images
Source: Der Spiegel · Stefan Kuzmany
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