Dieses Foto vom 29. Oktober 2026 zeigt einen rehabilitierten Orang-Utan, der sich nach seiner Freilassung im Batu-Nyambu-Schutzwald im Regierungsbezirk Ketapang in Westkalimantan hoch über dem Waldboden durch die Äste bewegt.

Stand: 03.11.2026 • 11:13 Uhr

Schwere Waldbrände auf den indonesischen Inseln Borneo und Sumatra haben die Heimat von unzähligen Lebewesen zerstört. Nun gibt es gute Nachrichten: Neun Orang-Utans konnten gerettet und wieder freigelassen werden. Von A. Henkel.

Angelika Henkel

Einer der Helfer schneidet eine Papaya in Streifen und schiebt sie vorsichtig in den Käfig. Eine Hand mit schwarzen, ledrigen Fingern greift durch die Gitterstäbe eifrig zu. Noch sind die neun geretteten Orang Utans in engen Holzkisten eingesperrt. Sie wurden wochenlang aufgepäppelt und sollen im geschützten Waldgebiet Batu Nyambu in Westborneo freigelassen werden.

Auf Pick-up-Geländewägen sind die Kisten schon viele Kilometer durch den Urwald geschaukelt - durch unwegsames Gelände. Jetzt der nächste Abschnitt: Sie werden auf Boote geladen. Über den Fluss geht es weiter. Tiefer in den Dschungel Borneos hinein.

Alles unter der strengen Aufsicht von Tierärztin Ishma Maula. Sie sagt, die Tiere wären extrem gestresst gewesen während sie in Quarantäne waren. "Deshalb wollen wir sie so schnell wie möglich wieder in den Wald entlassen", so Maula.

Jede der Kiste ist mit einem Steckbrief und einem Foto versehen, damit klar ist, welcher Orang-Utan in welcher Kiste sitzt.

Waldrodung gilt als Brandursache

Doch ihr bisheriges Zuhause ist in knisternden Flammen aufgegangen. Große Gebiete wurden gerodet. Verdächtigt werden Firmen, die darauf spekulieren, Land für weitere Plantagen zu gewinnen.

Tierärztin Karmele Llano Sánchez von der Organisation Yiari hat die Rettungsorganisation für diese Orang-Utans organisiert. Sanchez berichtet von Verbrennungen an Händen und Füßen der Tiere. Außerdem seien die Menschenaffen viel zu dünn und unterernährt gewesen. "Jetzt sind sie wieder fit", freut sich die spanische Tierärztin.

Organ-Utans kommen zurück in die Natur

Die Gruppe mit den großen Kisten hat ihr Ziel erreicht. Hier hat es noch nicht gebrannt. Der Urwald ist noch unberührt. Dicke, große Baumstämme ragen weit nach oben. Die Helfer von der Organisation Yiari bereiten den fast feierlichen Moment vor.

Geschäftsführerin Sánchez erzählt der Nachrichtenagentur AFP von einer freudigen Entdeckung: "Drei der Orang-Utans sind schwanger." Die Helferinnen und Helfer hätten es erst bei der letzten medizinischen Kontrolle vor der Freilassung bemerkt, so Sánchez.

Jede der Kiste ist mit einem Steckbrief und einem Foto versehen, damit klar ist, welcher Orang-Utan in welcher Kiste sitzt. Sánchez erzählt stolz: "Eine von ihnen nennen wir Mama Ocha. Sie könnte ihr Baby schon sehr bald bekommen. Deshalb bleibt ein Teil unseres Teams noch in der Nähe - auch nach der Befreiung."

Dann kommt der Moment des Abschieds. Helfer machen die erste Kiste auf. Gewandt schwingt sich das Orang-Utan-Weibchen einen Baum hinauf. Die Hände umklammern den Stamm, die Zweige wackeln. Dann verschwindet das Tier im dichten Grün. Einige der Helfer klatschen leise zum Abschied.

Source: Tagesschau · Angelika Henkel

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