Die israelische Firma Discover-Tech soll über Online-Werbung Spyware installieren. Ganz besonders soll sich das Unternehmen für Starlink-Nutzer interessieren. So werden Regionen mit Anzeigen versorgt, die für Advertiser allgemein weniger interessant ist. Derweil hat die US-Aufsicht Amazons Übernahme von Satellitenbetreiber Globalstar genehmigt. Nur dessen Partner Yippy legte Einspruch ein, denn diese fürchten wohl um Immaterialgüterrechte aus der Zusammenarbeit mit Globalstar. Doch diese Petition wurde vom Tisch gewischt. In Österreich plant Infineon die weltweit erste Fabrik für Galliumnitrid-Leistungshalbleiter auf 300-Millimeter-Wafern in Stückzahlen. Das soll Geräte zu geringere Größe und Gewicht verhelfen. EU-Subventionen in dreistelliger Millionenhöhe helfen – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.
Infrastruktur für personalisierte Online-Werbung wird systematisch für Angriffe mit Spyware genutzt, wie jetzt aufgedeckt wurde. Als wichtiges Bindeglied zwischen der Werbebranche und Anbietern von Staatstrojanern fungiert demnach das israelische Unternehmen Discover-Tech. Nun ist bekannt geworden, dass Discover-Tech so viel Reklame an Starlink-Nutzer adressiert hat, dass es der weltweit zweitgrößte Werbekäufer in diesem Segment ist, in 105 Ländern sogar der größte. Demnach ist die Firma in 49 Ländern der größte Käufer von Online-Reklameflächen insgesamt (nicht nur Starlink-Anschlüsse). Besonders verdächtig ist, dass unter den Zielländern auch sanktionierte Gebiete sind, für die sich westliche Werbetreibende gemeinhin nicht interessieren, wie Jemen, Libyen, Südsudan, Syrien und Venezuela: Starlink-Observation geht über Online-Werbung.
Um Satelliten-Internet ging es auch bei der US-Kommunikationsbehörde FCC, die die Übernahme von Satellitenkommunikationsanbieter Globalstar durch Amazon offiziell genehmigt hat. Der Zusammenschluss zweier Satellitennetzwerke diene dem öffentlichen Interesse und würde die entsprechenden Dienste für die Bürger verbessern. Der Wert der Übernahme wird auf 11,5 Milliarden US-Dollar beziffert. Im Genehmigungsverfahren gab es lediglich einen Einspruch, ausgerechnet von einer Firma, an der Globalstar direkt beteiligt ist. Doch Yippy wurden eigene Interessen unterstellt und blieb erfolglos. Yippy hatte Datenkomprimierung für Globalstar-Satelliten geleistet, aber bereits seit fünf Jahren nicht mehr. Zuletzt stritt sich die Firma mit Globalstar vor Gericht: Amazon darf Globalstar trotz Yippy-Einspruch gegen Satelliten-Deal übernehmen.
Die weltweit erste Anlage zur Herstellung von Galliumnitrid-Leistungshalbleiter auf 300-Millimeter-Wafern in großem Umfang entsteht in Europa, genauer gesagt in Villach im Süden Österreichs. Infineon Technologies Austria rüstet dort einen bestehenden Reinraum auf. Der Produktionsbeginn ist für Ende 2027 geplant. Der technische Durchbruch bei Galliumnitrid-Wafern ist Infineon Austria vor gut zwei Jahren gelungen. Infineon positioniert sich damit als Anbieter von Wafern aus allen drei Materialien: Silizium, Siliziumkarbid und Galliumnitrid. Für die Serienproduktion müssen rund 1,1 Milliarden Euro investiert werden, wovon bis zu 319 Millionen Euro aus einer Subvention der Europäischen Union im Rahmen des europäischen Chips Acts kommen sollen: Infineon baut erste Hochvolumenfertigung für 300-mm-Galliumnitrid-Halbleiter.
In der vergangenen Woche haben die PHP-Entwickler dringende Updates der Skriptsprache veröffentlicht, die kritische Sicherheitslücken schließen. Angreifer können durch die auch „php2shell“ genannten Schwachstellen Schadcode einschleusen und ausführen. Es gab seitdem millionenfache Exploit-Versuche – aber erst am Wochenende wurden erste erfolgreiche Angriffe auf Honeypots entdeckt. In den ersten 26 Stunden nach Veröffentlichung der PHP-Lücken hat ein Sicherheitsexperte bereits zahlreiche Angriffsversuche beobachtet. Dabei traten 30 Mal Out-of-Memory-Probleme auf und in elf Fällen stürzten Worker-Prozesse ab, eine Ausführung eingeschleusten Schadcodes war aber nicht nachweisbar. Am Samstagabend ergänzte er, dass er möglicherweise die Ausführung von eingeschleustem Schadcode beobachtet hat: Erfolgreiche Angriffe auf PHP-Schwachstelle php2shell bestätigt.
In der Schweiz wird der Kraftstoff knapp, und die Behörden spielen bereits Notmaßnahmen für den Straßenverkehr durch. Das Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung (BWL) hat eine verwaltungsinterne Ämterkonsultation zu Temporeduktionen auf Autobahnen bestätigt. Diskutiert wird eine Senkung der Höchstgeschwindigkeit von 120 auf 80 km/h. Parallel dazu hat der Bund Diesel und Kerosin aus den staatlichen Pflichtlagern freigegeben. Die Temporeduktion sei laut BWL eine der Maßnahmen, die für eine schwere Mangellage vorbereitet werden. Sie könnte Treibstoff sparen. Die aktuelle Lage der Energieversorgung bezeichnet das Amt grundsätzlich als gesichert. Bei allen Mineralölprodukten sei die Lage jedoch angespannt und fragil, bei Diesel sehr angespannt. Die Versorgung mit Benzin und Heizöl sei sichergestellt: Für Kraftstoffknappheit bereitet Schweiz Tempo 80 auf Autobahnen vor.
Auch noch wichtig:
- Anfang Oktober hat die US-Regierung die Sanktionen gegen den Internationalen Strafgerichtshof ausgebaut. Nun wird bekannt, dass es umfangreiche Ausnahmen gibt: Umfangreiche Ausnahmen von US-Sanktionen gegen Weltstrafgericht für US-Tech-Branche.
- Das erste große Update für iOS, iPadOS und macOS 27 liefert frische Funktionen, verlagert wichtige Einstellungen und bringt gravierende Änderungen in der EU. Wir haben Praxistipps zu iOS 27.2: So nutzen Sie die neuen Funktionen.
- Spec-Bump für MacBook Pro und iMac: Der flottere M6-Chip kommt in die Basisreihen. Preislich geht es beim Laptop abermals nach oben, denn dieser kommt jetzt mit M6: Apple bringt MacBook Pro und iMac 2026 auf aktuellen Stand.
- Chinas Aktienindex für KI- und Halbleiterfirmen hat seit dem Sommer massiv an Wert verloren. Dem ist aber eine viel größere Rallye vorausgegangen als anderswo. Nun fällt Chinas KI-Leitindex 40 Prozent unter dem Höchststand: Erste KI-Blase geplatzt?
- Anthropics Claude hilft unter Umständen nicht mehr beim Reverse Engineering von Smart TVs. Das besagt zumindest ein Nutzerbericht: KI-Sperre bei Reverse Engineering von Fernsehern.
- Resonanz früher Nutzer „unglaublich positiv“, Problem kommt selten vor: Apple hat sich zu gebrochenen Duo-Displays geäußert. Betroffene sollen zum Support bei „Crackgate“: Apple nimmt zu iPhone-Duo-Defekt Stellung – ein bisschen.
- Wer Kali Linux nach eigenen Vorstellungen zusammenstellen will, kann das jetzt auch im Container erledigen. Zudem gibt es neue Pentestingwerkzeuge für Kali Linux 2026.3: Images einfacher selbst bauen und Wardriving per Smartwatch.
- Das hybridelektrische Tragflächenflugzeug Electra EL2 kann auf sehr kurzen Distanzen starten und landen. Es eignet sich damit für den Einsatz in urbanen Räumen: Hybridelektrisches Tragflächenflugzeug startet und landet auf kurzem Heliport.
- CO2, Methan und Lachgas haben 2025 neue Höchststände erreicht. Dass der CO2-Anstieg geringer ausfiel als im Vorjahr, ist laut WMO keine Entwarnung. Denn es ist ein Jahr, ein Rekord: Mehr Treibhausgase in der Luft als je gemessen.
- Rund 27.000 Kubikmeter hochradioaktiver Müll lagern in Zwischenlagern. Bis 2050 soll ein Endlager gefunden werden - nun ist die Suche ein Schrittchen weiter: Weniger als fünf Prozent Fläche im Rennen für Atom-Endlager.
(fds)
Source: Heise · Frank Schräer
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