Das VW-Markenlogo auf einem Fahrzeug.

Krise bei Porsche VW verbucht milliardenschwere Verluste

Stand: 29.10.2026 • 09:16 Uhr

Hohe Abschreibungen und ein schwaches China-Geschäft haben Volkswagen tiefrote Zahlen beschert. Der Konzernverlust lag im dritten Quartal bei 5,8 Milliarden Euro. VW-Aktien fallen.

Unter anderem eine Abschreibung auf den Porsche-Firmenwert und Kosten für den Konzernumbau haben Volkswagen einen Milliardenverlust eingebrockt. Im Sommerquartal lag der Konzernverlust bei rund 5,8 Milliarden Euro, wie Europas größter Autobauer heute mitteilte. Wesentlicher Grund waren Sondereffekte von 7,8 Milliarden Euro.

Außerdem belasteten den Angaben zufolge das schwache Marktumfeld in China, der weltweit zunehmende Preis- und Wettbewerbsdruck sowie der gestiegene Anteil von margenschwächeren E-Autos an den Verkäufen. Der Umsatz des Konzerns sank im dritten Quartal um 6,3 Prozent auf rund 75,3 Milliarden Euro. Finanzchef Arno Antlitz sagte laut Mitteilung, nach neun Monaten habe die um Sonderbelastungen bereinigte operative Umsatzrendite 3,8 Prozent betragen. "Das ist zu wenig, um weiter kraftvoll in unsere Zukunft zu investieren", so der Manager.

Sparprogramm soll ausgeweitet werden

VW hatte bereits ein umfangreiches Sparprogramm zum Abbau von konzernweit 50.000 Stellen bis 2030 aufgelegt, derzeit ringt das Unternehmen mit Arbeitnehmern um weitere herbe Einschnitte. So stehen konzernweit weitere 50.000 Jobs sowie vier Werke in Deutschland auf der Kippe.

Besonders stark schlug im dritten Quartal die bereits bekannte Abschreibung auf den Firmenwert der Sport- und Geländewagentochter Porsche zu Buche. Sie belief sich den Angaben zufolge auf rund 6,4 Milliarden Euro.

Hintergrund sind niedrigere Erwartungen an die künftige Entwicklung der Stuttgarter. Bereits ein Jahr zuvor war die Lage bei Porsche einer der Hauptgründe für den Quartalsverlust. Die Luxusmarke, einst eine Gewinnperle des Konzerns, steckt schon länger in der Krise.

US-Zölle belasten

Belastend wirkten bei VW außerdem der Einbruch beim China-Geschäft, die US-Zollpolitik und Kurskorrekturen bei der Elektro-Strategie. Bei den Verkäufen musste der Konzern zuletzt weiter Federn lassen: Von Juli bis September lieferte der Autobauer 1,89 Millionen Fahrzeuge aus - und damit fast 14,3 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Insbesondere im wichtigen Markt China steht VW erheblich unter Druck. Dort verkauften die Wolfsburger im dritten Quartal knapp 406.000 Fahrzeuge (minus 38,5 Prozent). Bis Ende September übergaben die Marken des Konzerns gut sechs Millionen Fahrzeuge an ihre Kunden. Das waren 9,0 Prozent oder rund 600.000 weniger als im Vorjahreszeitraum.

Gewinnprognose bereits gekappt

Das VW-Management um Konzernchef Oliver Blume hatte die Gewinnprognose für das laufende Jahr bereits Mitte September deutlich gesenkt. Vom Umsatz soll im laufenden Jahr höchstens noch ein Prozent als operativer Gewinn übrig bleiben. Zuvor hatte VW eine Spanne von 4,0 bis 5,5 Prozent erwartet. 2025 hatte die operative Rendite 2,8 Prozent betragen.

Der Umsatz soll 2026 rund 315 Milliarden Euro erreichen. Das wäre in der Mitte der bisherigen Prognosebandbreite. Diese Erwartungen hatte der Konzern bereits im Juli gekappt. Statt einem Umsatzplus von bis zu drei Prozent gegenüber dem Vorjahr erwartet Volkswagen im besten Fall nur noch eine stabile Entwicklung. Es könnten aber auch bis zu drei Prozent weniger Erlös werden. Im vergangenen Jahr lag der Umsatz bei 321,9 Milliarden Euro.

Source: Tagesschau · tagesschau.de

At a glance

Topic
World
Country
🇩🇪 DE
Publisher language
DE
Added to Allnira