Donald Trump war nach der Bekanntgabe der meisten Midterms-Ergebnisse für seine Verhältnisse bislang recht zurückhaltend; statt von Manipulationen zu sprechen, kündigte er an, die Wahlen anzuerkennen. Nun hat sich der US-Präsident allerdings in die laufende Auszählung um einen umkämpften Senatsposten in Alaska eingemischt.
Dem republikanischen Amtsinhaber Dan Sullivan sollten aus Sicht Trumps Stimmen zugerechnet werden, die nicht für diesen, sondern für dessen Namensvetter abgegeben wurden. Sie sollten sofort an den »ECHTEN« Dan Sullivan gehen, schrieb Trump auf der Plattform Truth Social. Dann würde der Republikaner »leicht gewinnen«.
Trump erneuerte damit den Vorwurf, dass der Kandidat Dan J. Sullivan auf den Stimmzettel gesetzte worden sei, damit der republikanische Amtsinhaber Dan S. Sullivan durch Verwechslungsgefahr Stimmen verliert. In Alaska gibt es ein enges Rennen um den Sitz im US-Senat zwischen Amtsinhaber Sullivan und der Demokratin Mary Peltola, die aktuell nach Angaben der Nachrichtenagentur AP nur 0,3 Prozentpunkte vor ihm liegt. Dan J. Sullivan liegt bei 1,7 Prozent. Die Stimmauszählung kann dort mehrere Tage dauern, weil es viele abgelegene Gebiete im nördlichsten Bundesstaat gibt.
Vor den Zwischenwahlen hatte auch Trump den Demokraten schon einmal »Wählertäuschung« vorgeworfen, um einen Sieg ihrer Senatskandidatin Mary Peltola zu ermöglichen. Der Republikaner Sullivan hatte am Wahltag am Dienstag von dem »größten Wahlbetrugsskandal in der Geschichte des Bundesstaates Alaska« gesprochen.
Die »New York Times« hatte kurz vor der Wahl berichtet, Mitarbeiter der Demokraten hätten gezielt nach gleichnamigen Kandidaten gesucht, um dem republikanischen Senator Stimmen abzujagen. Dazu gehöre der pensionierte Lehrer Daniel J. Sullivan aus einem abgelegenen Fischerdorf, der als Politiker bisher nicht aufgetreten war. Die Demokratin Peltola wies die Vorwürfe zurück.
Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL
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