So haben die Demokraten im Bundesstaat Iowa den Republikanern Prognosen zufolge einen Senatssitz abgenommen. Der vom ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama unterstützte Demokrat Josh Turek setzte sich gegen Ashley Hinson durch, wie die Nachrichtenagentur AP auf Grundlage von Wählerbefragungen und Stimmauszählungen meldet.
Die Demokraten nahmen den Republikanern damit einen ihrer Sitze im Senat in Washington ab. Der Erfolg war entscheidend für den Kampf um die Mehrheit in der 100 Sitze zählenden Parlamentskammer. Iowa galt lange als politisch umkämpfter Bundesstaat, hatte sich bei vergangenen Wahlen aber zunehmend zu einer Hochburg der Republikaner entwickelt.
Wahlparty der Demokraten in Iowa
Foto: Scott Olson / Getty ImagesTurek, ein Rollstuhlbasketballspieler und zweifacher Goldmedaillengewinner bei den Paralympics, will sich als Senator für die Interessen der Mittelschicht und der Arbeitnehmer einsetzen. Es geht ihm auch darum, das öffentliche Bildungswesen zu stärken und das Gesundheitssystem in dem Bundesstaat zu reformieren.
Die seit 2015 amtierende republikanische Senatorin Joni Ernst wollte nicht erneut kandidieren und hatte sich für ihre 43 Jahre alte Parteikollegin Ashley Hinson ausgesprochen. Auch Präsident Donald Trump unterstützte Hinson. Der ländliche Bundesstaat Iowa im Mittleren Westen hat rund 3,3 Millionen Einwohner. Die Hauptstadt ist Des Moines.
Erster Senatssitz seit 1932 in Kansas
Auch in den Bundesstaaten Ohio und Kansas konnten Demokraten den Senatssitz von den Republikanern erobert. In Ohio setzte sich der frühere Senator Sherrod Brown laut den Sendern CNN und CBS gegen den bisherigen republikanischen Mandatsträger Jon Husted durch.
In der Republikaner-Hochburg Kansas eroberten die Demokraten erstmals seit 1932 einen Senatssitz. Der demokratische Priester Adam Hamilton setzte sich in dem Bundesstaat im Mittleren Westen gegen den republikanischen Amtsinhaber Roger Marshall durch, so die Prognose der Sender CNN und NBC.
Demokratin wird Gouverneurin von Texas
Erstmals seit mehr als 30 Jahren gewannen die Demokraten Hochrechnungen zufolge auch die Gouverneurswahl in Texas. Kandidatin Gina Hinojosa setzte sich laut AP und CNN wohl gegen den republikanischen Amtsinhaber Greg Abbott durch.
Die 52-Jährige wird damit die erste Latina an der Spitze des Bundesstaats. Sie löst Abbott nach drei Amtszeiten ab. Der Erfolg in der republikanischen Hochburg gilt auch als Rückschlag für US-Präsident Trump. Seit 1995 hatten stets Republikaner das Amt des Gouverneurs bekleidet.
Auch im Rennen um einen Sitz im US-Senat setzte sich in Texas mit James Talarico ein Demokrat durch.
Wahlsiegerin Hinojosa in Texas
Foto: Ashley Landis / APHinojosa triumphierte über Abbott, obwohl dieser von einem Ölmogul wie auch Techmilliardär Elon Musk unterstützt wurde. Musk hat mehrere seiner Firmensitze und den Weltraumbahnhof Starbase in Texas angesiedelt und plant eine Halbleiterfabrik i Bundesstaat, der sich immer mehr zu einem Zentrum der Technologieindustrie entwickelt.
Doch der rasante Ausbau von Rechenzentren sorgt in dem Bundesstaat zunehmend für Widerstand, den Hinojosa für sich nutzte. Sie warf Abbott etwa vor, Politik für Superreiche zu machen und das Leben vor Ort stark verteuert zu haben. Die Präsidentschaftswahl 2024 gewann Trump in Texas mit 56 Prozent der Stimmen. Auch viele Latinos stimmten damals für Trump. Menschen mit Wurzeln in Lateinamerika machen knapp 41 Prozent der Bevölkerung in Texas aus.
Erfolge in weiteren Bundesstaaten
Insgesamt konnten die Demokraten in mindestens sechs Bundesstaaten Senatssitze erobern, darunter auch weitere traditionelle Hochburgen der Republikaner wie South Carolina. Neben dem Repräsentantenhaus errangen sie nun auch im Senat die Mehrheit.
Bei den Zwischenwahlen zum Kongress zur Mitte der zweiten Amtszeit Trumps standen am Dienstag alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus und 35 der 100 Sitze im Senat zur Abstimmung.
Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL
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