Damit endet eine monatelange Hängepartie für die Muttergesellschaft Ceconomy und deren Aktionäre. Im Frühjahr hatte die Wettbewerbsbehörde nach einer ersten Untersuchung »vorläufige Bedenken« geäußert und den Fall genauer untersucht.

Die EU-Kommission hatte Bedenken, JD.com habe in China möglicherweise von direkten Staatshilfen, Steuervorteilen und günstigen Krediten profitiert und so möglicherweise ein höheres Angebot machen und die bisherigen Anteilseigner von Ceconomy überzeugen können. Zudem prüfte die Kommission, ob die Übernahme den Wettbewerb im europäischen Binnenmarkt verzerren würde.

Quersubventionen verhindert

JD.com hat sich der Kommission zufolge zu bestimmten Zusagen verpflichten, um diese Bedenken auszuräumen. Sowohl der chinesische Konzern als auch Ceconomy hätten zugesichert, dass sie nur Transaktionen »zu marktüblichen Bedingungen« durchführen werden. Dabei geht es auch um Geld, das JD.com der künftigen Tochter bereitstellt.

Zudem musste der chinesische Konzern versprechen, dass er Lager- und Logistikdienstleistungen auch anderen Unternehmen in der EU anbietet, »zu denselben Bedingungen wie für Ceconomy«, wie es in der Mitteilung heißt. Die EU-Wettbewerbsbehörde ist laut der Mitteilung der Ansicht, dass diese Zusagen die Wettbewerbsverzerrungen »vollständig und wirksam beseitigen«. Es würden »Quersubventionen von JD.com an Ceconomy verhindert«, teilte die Kommission mit. Die Zusagen gälten zehn Jahre lang.

Das Bundeskartellamt hatte den Erwerb bereits im September 2025 freigegeben. Es gebe keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken, da JD.com bislang nur in sehr geringem Umfang in Deutschland aktiv sei.

Mediamarkt-Saturn ist Europas größter Elektronikfachhändler und nach Amazon, Otto und Zalando viertgrößter Onlineshop in Deutschland. Das Handelsunternehmen Ceconomy, zu dem die Mediamarkt-Saturn Retail Group heute zählt, entstand 2017 als Abspaltung von Metro.

JD.com hatte im vergangenen Sommer ein Übernahmeangebot abgegeben und sich wenige Monate später die Mehrheit der Ceconomy-Aktien gesichert. Der chinesische Konzern, der etwa 570.000 Beschäftigte hat, ist unter anderem auch in den Bereichen Technologie, Logistik und Gesundheit tätig. In Deutschland ist das Engagement bislang überschaubar. Im März dieses Jahres startete JD.com den Onlineshop Joybuy.

Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL

At a glance

Topic
World
Country
🇩🇪 DE
Publisher language
DE
Added to Allnira