Für eine engere Zusammenarbeit mit Staaten in der Golfregion wünscht sich CSU-Chef Markus Söder eine militärische Präsenz in Katar. Es sei wichtig, dass Deutschland »zumindest sich hier sehen lässt«, sagte der bayerische Ministerpräsident nach einem Treffen mit dem Emir von Katar, Tamim bin Hamad Al Thani, in der Hauptstadt Doha. Söder schlug einen Besuch des Bundesverteidigungsministeriums und »vielleicht keine Truppenteile, aber technisches Personal bei weiteren Ausbildungsfragen« vor.

Söder sagte, dass andere Länder wie Großbritannien und Frankreich solche Schritte schon gegangen seien: »Ich finde, wir Deutschen sollten uns auch hier präsent zeigen.« Wer auf Dauer wirtschaftlich erfolgreich sein wolle, brauche als zweite Komponente Vertrauen und Sicherheit.

Investitionen in bayerische Firmen

Der CSU-Chef besuchte bei seiner Reise auch eine Werkstatt des Rüstungsunternehmens KNDS auf einem Militärstützpunkt und warb für Investitionen im Verteidigungssektor – mit besonderem Fokus auf bayerische Firmen. »Der Verteidigungssektor ist extrem wichtig«, betonte Söder. »Man liegt hier 150 Kilometer von Iran entfernt. Deswegen ist das Interesse an Verteidigung einfach noch mal höher als alles andere.«

Bayerns Ministerpräsident kündigte im Zusammenhang damit auch einen Wirtschaftsgipfel in München im kommenden Jahr an – ähnlich wie vor einigen Wochen mit den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE), die Söder zuvor auf seiner Reise besucht hatte. Dort sei man beim Ausbau der wirtschaftlichen Beziehungen schon sehr viel weiter als mit Katar, sagte Söder. Der CSU-Chef erneuerte zudem seine Forderung, eine Freihandelszone beider Länder mit der EU voranzutreiben. Daran gebe es »großes Interesse« in Katar.

Auf seiner Reise in die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und nach Katar geht es vor allem um handfeste Wirtschaftsinteressen. Höhepunkt in Abu Dhabi war ein Treffen mit dem Präsidenten der VAE, Scheich Mohamed bin Zayed Al Nahyan. Es ist schon der zweite Termin der beiden binnen weniger Wochen und es geht um viel Geld: Als der Scheich im September in München war, hatten Bayern und die Emirate ein Abkommen unterzeichnet, das Investitionen von zehn Milliarden Euro in Bayern vorsieht.

Die deutsche Wirtschaft leidet seit einigen Jahren sowohl unter fehlenden Investitionen in der Bundesrepublik als auch unter wachsenden Handelshemmnissen mit den USA und China. Insofern nehmen sowohl Unternehmen als auch Politik jetzt andere Staaten in den Blick. Dazu gehören neben Indien trotz des andauernden Irankriegs auch mehrere Länder im Mittleren Osten.

Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL

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