Kfz-Werkstatt

Marktbericht

Kfz-Versicherung Warum Autoreparaturen immer teurer werden

Stand: 29.10.2026 • 14:14 Uhr

Steigende Kosten für Ersatzteile und höhere Werkstattlöhne - Autoreparaturen werden immer teurer. Regelmäßig erhöhen die Versicherer daher die Preise, auch wenn man unfallfrei gefahren ist.

Wenn das Auto in die Werkstatt muss, wird es meist teuer - aktuell sogar immer teurer, wie der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) heute in Berlin berichtete.

So sind die Kosten einer Durchschnitts-Autoreparatur in Deutschland nach Zahlen der Versicherer innerhalb von zehn Jahren um rund 70 Prozent auf 4.600 Euro gestiegen. Ursache ist danach, dass sich sowohl Ersatzteile als auch Werkstattkosten gleichermaßen überdurchschnittlich verteuert haben.

Für die Kfz-Versicherer bedeutet dies zusätzliche Milliardenausgaben - allein die Ersatzteilkosten sind nach einer Auswertung des GDV von vor einem Jahr im Schnitt um knapp sechs Prozent gestiegen, so Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen. Bei einzelnen Teilen wie etwa Vordertüren oder Motorhauben war der Anstieg sogar noch höher.

Kaum noch Gewinn für die Versicherer

Was für Autobesitzer ärgerlich ist, bedeutet für die Versicherer in Summe zusätzliche Milliardenausgaben. Die Unternehmen werden in der Kfz-Sparte laut GDV in diesem Jahr operativ knapp an roten Zahlen vorbeischrammen. Die Zahlungen an die Kunden für Autoreparaturen und sonstige Leistungen werden danach um gut zehn Prozent auf 35 Milliarden Euro steigen.

Im DAX sind mit der Allianz, der Münchener Rück und der Hannover Rück gleich drei große Versicherer vertreten, die meist über Tochtergesellschaften auch Kfz-Verträge anbieten. Marktführer in Deutschland ist die Allianz, zusammen mit der nicht börsennotierten HUK-Coburg-Gruppe.

Die Schaden-Kosten-Quote - also das Verhältnis von Zahlungen an die Kundschaft plus Verwaltungsausgaben zu den Einnahmen - wird voraussichtlich bei 99 Prozent liegen. Das bedeutet, dass den Versicherern von 100 Euro Einnahmen jeweils lediglich ein Euro in der Kasse verbleibt. "Die stark gestiegenen Werkstatt- und Ersatzteilpreise treiben die Schadenaufwendungen weiter nach oben, die deutlich schneller als die Beitragseinnahmen wachsen", so Asmussen.

Andere Faktoren für die Prämie

Allerdings sind steigende Ersatzteil- und Werkstattkosten nicht die einzigen Faktoren, nach denen eine Versicherung ihre Beiträge errechnet. Denn die Anbieter bewerten ihre Risiken sehr genau. Am bekanntesten sind die Schadensfreiheitsklassen (SF), in denen jeder Versicherungsnehmer eingestuft ist. Je höher die SF, desto mehr Rabatt gibt es beim Tarif - wer also weniger Schäden anzeigt, profitiert - auch wenn die Ermäßigungen bei höheren SF kleiner ausfallen als bei Fahranfängern.

Bewertet wird allerdings auch die Gesamtheit der Schäden sowie die Region, in der das Auto versichert ist - weshalb eine Kfz-Versicherung auch als eine Form der Solidargemeinschaft gilt. Es kann also passieren, dass sich der Beitrag erhöht, obwohl man gar keinen Unfall hatte.

Ansonsten werden auch individuelle Parameter immer stärker berücksichtigt: Steht ein Auto regelmäßig in der Garage, wer darf es fahren und gibt es noch andere Verträge im Haus? All das kann sich auswirken.

Ein umkämpfter Markt

Trotz hoher Kosten ist der Kfz-Versicherungsmarkt bei den Versicherungen heiß umkämpft. Denn viele Kunden, die eine Kfz-Versicherung haben, haben oft beim gleichen Versicherer auch andere Verträge - von der Hausrat- bis zur Lebensversicherung, was ihnen übrigens meist einen Kombi-Bonus einbringt.

Haben die Versicherer in den vergangenen drei Jahren ihre Kfz-Preise stark erhöht, scheint nun in diesem Jahr der Preiskampf neu entbrannt. Neuverträge kosten laut Vermittlungsportal Verivox zumindest im günstigen Marktsegment - das sind vor allem die Online-Versicherungen - weniger als vor einem Jahr.

Kfz-Verträge haben meist eine Laufzeit von genau einem Kalenderjahr, also bis zum 31.12. Da die Kündigungsfrist ein Monat zum Vertragsende beträgt, können diese also bis spätestens dem 30.11. gekündigt werden. Ein Preisvergleich könnte sich also lohnen, sollte aber umfassend ausfallen, wenn man mehrere Verträge hat.

DAX im Aufwind

Der DAX ringt derweil mit der runden Marke von 26.000 Punkten und setzt damit seinen jüngsten Aufwärtstrend fort. Am Mittwoch hatte der Index bei 25.704 Punkten um 0,4 Prozent höher geschlossen. Die Anleger honorieren, dass die Notenbanken wohl unmittelbar keine Zinserhöhungen anstreben.

"Wie bereits die US-Notenbank wird wohl auch die EZB ihren Leitzins konstant halten", prognostizierte Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. "Entscheidend ist, ob Christine Lagarde eine mögliche Zinserhöhung für den Dezember verbal vorbereitet."

Source: Tagesschau · tagesschau.de

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