Sie hat ihre Rückkehr schon seit Monaten angekündigt, nun ist es so weit: Nach knapp einem Jahr im Exil ist die führende venezolanische Oppositionspolitikerin und Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado wieder in ihrem Heimatland. »Ich bin hier. Bei euch«, schrieb Machado am Sonntag im Onlinedienst X. Ihr Verbündeter und früherer Präsidentschaftskandidat Edmundo González Urrutia bestätigte die Rückkehr der 60-Jährigen in ihr Heimatland. Nähere Angaben zu ihrem Aufenthaltsort und den Umständen der Rückkehr machten beide zunächst nicht.

»Heute ist ein sehr wichtiger Tag für die Venezolaner«, erklärte González Urrutia zu Machados Ankunft im Land. Erst am Donnerstag hatten Tausende Menschen in Venezuela Machados Rückkehr gefordert. In der Hauptstadt Caracas versammelten sich rund 2000 Demonstranten und verlangten auf Plakaten auch die Abhaltung von Wahlen. Weitere Menschen demonstrierten im westlichen Bundesstaat Táchira an der Grenze zu Kolumbien.

Machado hatte Venezuela im Dezember vergangenen Jahres heimlich verlassen, nachdem sie seit der umstrittenen Präsidentschaftswahl 2024 untergetaucht gewesen war. Sie wollte nach Norwegen reisen, um an der Verleihung des Friedensnobelpreises  teilzunehmen. Bei einer gefährlichen Bootsfahrt während ihrer Flucht brach sie sich nach Angaben ihrer Sprecherin einen Wirbel. Zur eigentlichen Preisverleihung in Oslo traf sie zu spät ein. Ihre Tochter nahm die Auszeichnung stellvertretend entgegen.

Bei der Präsidentschaftswahl im Juli 2024 hatten die venezolanischen Behörden Machado eine Kandidatur untersagt. Der damalige Präsident Nicolás Maduro erklärte sich anschließend zum Wahlsieger, während die Opposition den Sieg für González Urrutia beanspruchte. Nach der Wahl gingen die Behörden massiv gegen Regierungsgegner vor. Bei der Repressionswelle wurden 28 Menschen getötet, zahlreiche Oppositionelle flohen ins Ausland.

Anfang Januar dieses Jahres nahmen US-Soldaten Maduro in Caracas gefangen und brachten ihn in die USA. Seither führt Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez die Regierung. Ende August begannen Vertreter ihrer Regierung und der Opposition Gespräche über die politische Zukunft des Landes. Beide Seiten bekräftigten ihren Willen, Präsidentschaftswahlen abzuhalten. Machado nahm an den Gesprächen nicht teil.

In Venezuela laufen Ermittlungen gegen die Politikerin. Interimspräsidentin Delcy Rodríguez erklärte, Machado müsse sich wegen ihrer angeblichen Unterstützung der US-Militäraktion, bei der auch Präsident Nicolás Maduro festgenommen wurde, verantworten.

Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL

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