Die USA haben neue Sanktionen gegen Kuba verhängt – und damit den Öl- und Elektroniksektor des kommunistisch geführten Lands ins Visier genommen. Das US-Außenministerium gab die neuen Maßnahmen am Donnerstag bekannt. Unter anderem wurden erstmals zwei chinesische Elektronikunternehmen auf die Sanktionsliste gesetzt: Ceiec und Beijing H&C Technologies werden von Washington beschuldigt, der kubanischen Armee Elektronik und Sicherheitskomponenten zu verkaufen.

Die »herrschende Elite« in dem Karibikstaat eigne sich Energieressourcen und maritime Transportmittel an und lasse »das kubanische Volk mit Stromausfällen, Treibstoffknappheit und einer darbenden Wirtschaft zurück«, erklärte das US-Außenministerium. »Um dieses System aufrechtzuerhalten, stützt sich das Regime auf ein Netzwerk von Mittelsleuten im Ausland«, hieß es weiter.

Zudem wurde Any Rodríguez Lastres mit Sanktionen belegt, die Tochter der Chefin des Mischkonzerns Gaesa. Gegen den vom Militär kontrollierten Konzern und seine Chefin hatten die Vereinigten Staaten in diesem Jahr bereits Sanktionen verhängt. Gaesa ist unter anderem in den Bereichen Immobilien, Tourismus und Finanzen aktiv.

Parallel dazu kündigte das US-Finanzministerium an, »jede ausländische Person zu sanktionieren, die in Kuba in den Bereichen Elektronik, Technologie, Industrie und Seeverkehr tätig ist oder tätig war«.

Bereits Ende September hatten die USA verschärfte Sanktionen gegen Kuba angekündigt. Das Land steckt in seiner schwersten Wirtschaftskrise seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion. US-Präsident Donald Trump hatte mit einer Ölblockade gegen den Staat die Krise massiv verschärft. Mehrmals kam es in diesem Jahr zu mehreren großflächigen Stromausfällen. Im Juni öffnete der kommunistisch geführte Karibikstaat mehrere Sektoren seiner Wirtschaft für private Unternehmen.

Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL

At a glance

Topic
World
Country
🇩🇪 DE
Publisher language
DE
Added to Allnira