Das Zentrale Wahlkomitee teilt nun mit, die Prüfung der Wahl sei abgeschlossen und es gebe »keine Hinweise auf Unregelmäßigkeiten mit Auswirkungen auf Integrität oder Ergebnis«. Das Komitee habe sämtliche Beschwerden untersucht. »Die amtlichen Wahlergebnisse werden heute dem israelischen Staatspräsidenten vorgelegt und anschließend entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen veröffentlicht«, heißt es weiter in der Mitteilung.
Amit Halevi, Abgeordneter der rechtskonservativen Likud-Partei, kündigte daraufhin seinen Rücktritt aus dem Zentralen Wahlkomitee an, wie das Nachrichtenportal »ynet« berichtet. Solange schwerwiegende Vorwürfe einer Einmischung ausländischer Staaten nicht ausgeräumt seien, sei das Komitee nicht befugt, die Wahlergebnisse zu bestätigen.
Generalstaatsanwältin weist Forderung nach Verhören zurück
Generalstaatsanwältin Gali Baharav-Miara hatte am Dienstag eine Forderung des Chefs des Inlandsgeheimdienstes Schin Bet, David Zini, vier arabische Abgeordnete zu verhören, zurückgewiesen. Zur Begründung erklärte sie, es lägen bislang keine Beweise vor, die eine solche Befragung rechtfertigten. Netanyahu hatte Geheimdienstchef Zini persönlich ausgewählt.
Der Likud warf Baharav-Miara daraufhin vor, dem Geheimdienst »die Hände zu binden« und Ermittlungen wegen mutmaßlicher Wahlmanipulation zu verhindern. Auch der rechtsextreme Polizeiminister Itamar Ben-Gvir warf der Generalstaatsanwältin vor, sie versuche, die Untersuchung von Wahlbetrug zu vereiteln. Die Wahlen seien »gestohlen« worden, schrieb er auf X.
Die Opposition reagierte empört. Ex-Militärchef Gadi Eisenkot, der Benjamin Netanyahu als Regierungschef ablösen will, schrieb bei X: »In ihrer Verzweiflung versuchen der Likud und Netanyahu, ein Pogrom gegen die Demokratie und die Rechtsstaatlichkeit anzuzetteln. Sie versuchen, uns alle in eine gefährliche Staatskrise hineinzuziehen.«
Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL
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