Ein 42-Jähriger ist angeklagt worden, weil er während einer Urteilsverkündung im Landgericht Hanau eine Staatsanwältin angegriffen haben soll. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm versuchten Totschlag, gefährliche Körperverletzung sowie Beleidigung und Bedrohung vor. Zuvor hatte der »Hanauer Anzeiger«  darüber berichtet.

Am 20. Mai war der Mann nach einem sechsmonatigen Strafverfahren wegen Körperverletzung zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Zusätzlich ordnete das Gericht die anschließende Sicherungsverwahrung auf unbestimmte Dauer an. Der Hanauer ist bereits mehrfach vorbestraft, unter anderem wegen zahlreicher Diebstähle und Gewalttaten.

»Angriff auf den Rechtsstaat«

Als Vorsichtsmaßnahme hatte die Strafkammer angeordnet, den Angeklagten während der Urteilsverkündung zu fesseln. Trotzdem sei es dem 42-Jährigen gelungen, von der Anklagebank aufzuspringen und die Staatsanwältin auf der gegenüberliegenden Seite des Saals zu attackieren, erklärt die Staatsanwaltschaft. Er habe der Frau mit den Handschellen auf den Kopf geschlagen und sei dabei vorsätzlich und mit »absolutem Vernichtungswillen« vorgegangen. Vier Wachtmeister, die sofort eingriffen, hätten Schlimmeres verhindert und den Angreifer überwältigt.

Die Staatsanwältin erlitt bei dem Angriff unter anderem eine Schädelprellung, Schürfwunden an beiden Händen, eine Prellung am Unterarm und eine Prellung am Handgelenk. Zwei Wachtmeister erlitten leichte Verletzungen.

Der Fall hatte überregional für Aufsehen gesorgt. Justizminister Christian Heinz (CDU) hatte die Attacke als »Angriff auf den Rechtsstaat« verurteilt. Bei einem Besuch des Landgerichts Hanau sprach er von einem einmaligen Vorfall und bedankte sich bei den vier Justizwachtmeistern, die den Angeklagten schließlich überwältigt und in seine Zelle zurückgebracht hatten.

Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL

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