Der Angreifer, der vor knapp einer Woche bei Paris einen Menschen erschossen und fünf weitere verletzt hat, hat sich zu einem rassistischen Motiv bekannt. Der 39 Jahre alte Kévin T. räumte ein, »gezielt Menschen vom muslimischen, afrikanischen oder nordafrikanischen Typ« angegriffen zu haben, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte.
Der Täter habe den Ort Trappes ausgesucht, weil dieser als »Hochburg von Islamisten gelte«, sagte der Staatsanwalt. Eine terroristische Absicht bestritt Kévin T. Seinen Angriff in den Pariser Vororten Trappes und La Verrière habe er als legitim bezeichnet. Der Täter empfinde »keinerlei Bedauern«, so der Staatsanwalt.
Am Freitag soll der mutmaßliche Täter vom Auto aus an acht verschiedenen Orten in den westlich von Paris gelegenen Städten Trappes und La Verrière auf Menschen geschossen haben. Dabei wurde der 26-jährige Pengo Bossio Wangi getötet, fünf weitere Menschen wurden verletzt. Vier von ihnen erlitten schwere Verletzungen. Ein Mädchen schwebt inzwischen nicht mehr in Lebensgefahr.
Täter soll versucht haben, linke Gruppen zu infiltrieren
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hatte der 39-Jährige seine Tat von langer Hand geplant. Er habe im September Waffenzubehör gekauft, um die Wirksamkeit seiner Maschinenpistole zu erhöhen, sowie Handschellen und eine Polizei-Armbinde. Außerdem habe er seinen Laptop verkauft, sein Mobiltelefon versteckt und seine Social-Media-Konten gelöscht.
In früheren Phasen habe er versucht, »linke Gruppen zu infiltrieren«, sagte der Beschuldigte nach Angaben der Staatsanwaltschaft. In Medien waren Fotos aufgetaucht, die ihn 2018 mit pro-palästinensischen Aktivisten und Umweltschützern zeigten.
Kévin T. wurde bereits viermal verurteilt, zuletzt 2012. Er habe von psychischen Problemen sowie einem starken Drogenkonsum seit seinem 13. Lebensjahr berichtet, erklärte der Staatsanwalt. Zum Zeitpunkt des Angriffs wurden Cannabis und Kokain in seinem Blut nachgewiesen. Zudem gibt es laut Staatsanwaltschaft Hinweise auf die Einnahme von Antidepressiva und antipsychotischen Medikamenten. Nach Informationen des Magazins »Mediapart « hatte der 39-Jährige drei Tage vor dem Angriff bereits einen schwarzen Mann auf einem Parkplatz mit Tränengas angegriffen und ihn verprügelt.
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Bei einer Durchsuchung der Wohnung des Verdächtigen fanden die Ermittler unter anderem eine Ausgabe von Adolf Hitlers »Mein Kampf«, eine Bibel und einen Koran. Auch Aufkleber mit Parolen wie »100 Prozent französisch«, oder solche, die die rechtspopulistische Partei Rassemblement National (RN) erwähnen, fand man in seiner Wohnung.
Präsident Emmanuel Macron hatte die Tat als »rassistischen Terroranschlag« bezeichnet. Auch die Anwältin der Familie des Getöteten erklärte, der Angreifer habe Menschen aufgrund ihrer tatsächlichen oder vermeintlichen Herkunft ins Visier genommen.
Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL
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