Nach seiner heimlichen Ausreise in die USA stellt Brasiliens Wahlverlierer Flávio Bolsonaro das Wahlergebnis infrage. Selbst Verbündete weisen seine Betrugsvorwürfe zurück.

29.10.2026, 21.48 Uhr

Flávio Bolsonaro Flávio Bolsonaro

Flávio Bolsonaro

Foto: Eraldo Peres / AP / dpa

Nach seiner Ausreise in die USA stößt Brasiliens unterlegener Präsidentschaftskandidat Flávio Bolsonaro mit seinen unbelegten Wahlbetrugsvorwürfen auf Kritik im eigenen politischen Lager. »Niemand hat den Brief gebilligt«, sagte der Vorsitzende seiner rechten Partei PL, Valdemar Costa Neto. Nicht einmal sein Vater, der wegen eines versuchten Putsches zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilte Ex-Präsident Jair Bolsonaro, habe von der Ausreise seines Sohnes gewusst, sagte Costa Neto nach einem Besuch beim ehemaligen Staatschef.

Bolsonaro hatte nach seiner Wahlniederlage gegen Präsident Luiz Inácio Lula da Silva einen offenen Brief veröffentlicht, in dem er die Wahl als »abscheulichen Wahlbetrug« bezeichnete und sich zunächst zum »wahren« und »gewählten Präsidenten« des größten und wirtschaftsstärksten Landes in Lateinamerika erklärte. Später änderte er die Formulierung in »Anführer« Brasiliens, hielt aber an seinen Vorwürfen fest. Belege für Wahlbetrug legte er nicht vor. Die Wahlbehörde bestätigte Lulas Sieg mit 51,8 Prozent der Stimmen gegen 48,2 Prozent für Bolsonaro.

Bolsonaros früherer Wahlkampfkoordinator Rogério Marinho wies die Betrugsvorwürfe zurück. »Die PL kann diese Behauptung nicht aufstellen, und ich kann sie ebenfalls nicht aufstellen, denn es gibt keine Beweise dafür«, sagte er. Zugleich bezeichnete er Bolsonaro weiterhin als eine der wichtigsten Figuren der brasilianischen Rechten.

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Tarcísio de Freitas, der Gouverneur von São Paulo und ein wichtiger Verbündeter Bolsonaros, forderte, das Wahlergebnis zu respektieren. »Ich verstehe Flávios Gefühle, ich verstehe seine Empörung und seine Entrüstung, und diese Gefühle teilen auch viele Brasilianer. Aber wir müssen das Wahlergebnis respektieren und nach vorne schauen«, sagte er.

fwu/dpa

Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL

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