Am landesweiten Protesttag in Frankreich und in der Halloween-Nacht sind 779 Menschen festgenommen worden. 116 Sicherheitskräfte wurden bei Ausschreitungen verletzt, wie das französische Innenministerium in seiner Bilanz am Folgetag mitteilte.

515 Brände seien bekämpft und 36 Geschäfte beschädigt worden, hieß es. Es habe drei Plünderungen gegeben. Teilverbote von Demonstrationen durch die Präfekturen seien von den Verwaltungsgerichten fast durchweg bestätigt worden.

Die Demonstrationszüge auf den genehmigten Routen außerhalb von Stadtzentren hätten unter Begleitung von Sicherheitskräften stattgefunden, so das Ministerium. Am Ende der Züge hätten Gruppen von Randalierern versucht, in die Stadtzentren vorzudringen, und dabei Sicherheitskräfte mit viel Gewalt angegriffen, hieß es weiter. Das Innenministerium machte dafür teils Gruppen aus dem linksextremen Spektrum verantwortlich.

Die Behörden stellten eine rückläufige Mobilisierung fest. Es habe mit 320.000 Teilnehmenden landesweit 22 Prozent weniger Demonstrierende als vergangenen Samstag und 42 Prozent weniger als am 17. Oktober gegeben. Vor zwei Wochen hatte es schwere Ausschreitungen, Plünderungen und Verwüstungen gegeben.

Für die nächste Woche kündigten französische Schüler- und Studierendenorganisationen, Gewerkschaften sowie die Gelbwestenbewegung an mehreren Tagen neue Aktionen an. Am Dienstag soll es eine Blockade von Universitäten und Gymnasien geben. Teils wollen Schülerinnen und Schüler, für die nach zwei Wochen Herbstferien nun die Schule wieder losgeht, bereits am Montag blockieren. Am Donnerstag folgt ein Generalstreik, zu dem Gewerkschaften aufgerufen hatten. Die Gelbwestenbewegung will diesen am Freitag fortsetzen und am Samstag erneut landesweit demonstrieren. Es wäre das vierte Protestwochenende in Frankreich in Folge.

Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL

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