Der Generalbundesanwalt und das Bundeskriminalamt (BKA) suchen im Zusammenhang mit der Drohnenattacke am Flughafen Leipzig  im August nach einer bislang nicht identifizierten tatverdächtigen Person.

Dazu ließen die Ermittler heute in Ortschaften in der Nähe des Flughafens große Fahndungsposter auf Stellwänden anbringen. Des Weiteren wurden Fahndungsplakate aufgehängt und Flyer verteilt.

Darauf zu sehen ist eine KI-generierte Zeichnung einer Person mit Kapuzenpulli und Rucksack auf einem E-Bike. Die Person sei zwischen dem 31. Juli und dem Tattag am 4. August 2026 zwischen den Ortschaften Rabutz und Beuditz im Westen des Leipziger Flughafens unterwegs gewesen, heißt es in einem Fahndungsaufruf, der auf der Webseite des BKA  einzusehen ist.

Dort heißt es weiter, die Person habe sich auch im Bereich eines Industriegebiets zwischen Radefeld und Lützschena im Osten des Flughafens aufgehalten und sei dort mit dem E-Bike unterwegs gewesen. Auffällig sei die für Hochsommer ungewöhnlich warme Kleidung der Person gewesen.

Kriminaltechniker neben Sprengroboter am Flughafen Leipzig: Angriff auf ukrainische Transportflugzeuge

Kriminaltechniker neben Sprengroboter am Flughafen Leipzig: Angriff auf ukrainische Transportflugzeuge

Foto: Hendrik Schmidt / dpa

Zwischen Rabutz und Beuditz vermuten die Ermittler einen Drohnenstartplatz. Im Osten des Flughafens wurden nach Angaben des BKA »weitere Tatmittel« gefunden.

Am 4. August war eine ukrainische Transportmaschine des Typs Antonow auf dem Flughafen Leipzig mit einer Sprengstoffdrohne angegriffen worden. Die Sprengladung des Fluggeräts explodierte offenbar nur nicht, weil der Zünder dafür abgerissen war.

Sabotageaktionen Russlands

Die Bundesregierung hat offiziell Russland beschuldigt, hinter der Tat zu stecken. In Sicherheitskreisen geht man davon aus, dass sie dem Militärgeheimdienst GRU zuzurechnen ist. Recherchen des SPIEGEL und der russischen Investigativplattform »The Insider« zeigen, dass im GRU eine erst nach Beginn des Ukrainekriegs im Februar 2022 gegründete Spezialeinheit verantwortlich  ist.

Generalbundesanwalt Jens Rommel ermittelt inzwischen gegen zwei namentlich Beschuldigte: Oleg L., einem lettisch-russischen Doppelstaatsbürger, und Andrej K., einem Mann aus Belarus. L. pflegte über Jahre Beziehungen zu einem hochrangigen Sabotagespezialisten der GRU. Darüber hatte zuerst tagesschau.de berichtet.

Russland überzieht Europa seit dem Überfall auf die Ukraine mit einer beispiellosen Destabilisierungs- und Sabotagekampagne. Viele der Anschlagsversuche scheitern zwar bislang, doch sind die Behörden in vielen Ländern in Alarmstimmung. In Sicherheitskreisen heißt es seit dem Angriff in Leipzig, es seien weitere russische Attacken zu erwarten.

Zuletzt sorgten Angriffe auf Starlink-Stationen in Polen und Bulgarien für Aufsehen. Mutmaßlich daran Beteiligte wurden auch in Deutschland festgenommen. Es soll sich dabei um Personen aus dem Umfeld einer türkisch-kurdischen Verbrechergruppe handeln. Sie firmieren unter dem Namen »Daltons«.

Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL

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