Quelle: dpa Berlin/Brandenburg 29. Oktober 2026, 13:21 Uhr

Demonstrationen am 31. Oktober: Studentinnen und Studenten blockierten am Mittwoch das Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin, um sich gegen Aufrüstung und Sozialkürzungen zu stellen. Die Proteste stehen in Zusammenhang mit dem be
Studentinnen und Studenten blockierten am Mittwoch das Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin, um sich gegen Aufrüstung und Sozialkürzungen zu stellen. Die Proteste stehen in Zusammenhang mit dem bevorstehenden Aktionstag «Gen Z regelt». © Michael Ukas/​dpa

Die Organisatoren der Initiative «Gen Z regelt» gehen bei den Protesten am Samstag von einem entspannten Verlauf aus. «Wir rufen dazu auf, solidarisch und friedlich gemeinsam auf die Straße zu gehen», sagte Amadeo, ein Sprecher der bundesweiten Organisationsgruppe. Mit Ausschreitungen rechne er nicht: «Ich gehe davon aus, dass es entspannt wird.»

Er betonte jedoch, dass alles, was außerhalb der Versammlungen stattfinde, nicht in ihrer Verantwortung liege. «Wir können nur für das verantworten, was wir selbst organisieren», sagte Amadeo, der seinen Nachnamen nicht öffentlich machen möchte.

Die Initiative ruft für den 31. Oktober zu Protesten in rund 30 Städten auf. Sie setzt sich unter anderem für mehr Klimaschutz, Maßnahmen gegen steigende Lebenshaltungskosten und gegen die Wehrpflicht ein. Dabei lehnt sie Gewalt ausdrücklich ab. Bei Protesten in Frankreich und in anderen europäischen Ländern war es zu Krawallen gekommen.

«Wir sind am Anfang von der Bewegung»

Kritik gab es an den Organisationsstrukturen der Bewegung. Die Generalsekretärin der Bundesschülerkonferenz, Amy Kirchhoff, verwies in der Sendung «Frühstart» von RTL und ntv auf «unklare» Organisationsstrukturen hinter «Gen Z regelt»: «Man weiß nicht so genau, wer dahintersteht.» Die Bundesschülerkonferenz hatte sich etwa von den geplanten Protesten distanziert und eigene Demonstrationen angekündigt. 

Zu dem Vorwurf, dass sie unorganisiert seien, sagte «Gen Z regelt»-Sprecher Amadeo: «Wir sind am Anfang von der Bewegung.» Die Initiative sei wenige Wochen alt und in kürzester Zeit gewachsen. «Wir sind eine sehr bunte Mischung aus Studierenden, Schülerinnen und Schülern und Azubis», so der Sprecher. «Viele melden das allererste Mal eine Demo an, bevor sie überhaupt auf einer Demo gewesen sind.»

Jedoch wachse die Bewegung schnell. Er betonte, dass sie nicht für alle Accounts, die in den sozialen Medien entstehen, zuständig seien. Sie betreuten aktiv die Social-Media-Kanäle, die auf ihrer Homepage zu sehen seien. «Darüber hinaus haben sich Leute angeschlossen», sagte er. Auf Bundesebene bestehe das Organisationsteam aus knapp 30 Menschen. 

Rechnen mit Zehntausenden Leuten – oder mehr

Er erwartet, dass sich viele junge Menschen am Samstag an den Demonstrationen beteiligen. «Ich gehe auf jeden Fall davon aus, dass in den großen Städten Zehntausende Menschen auf die Straßen gehen werden.» Aktuell seien in ganz Deutschland 146.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer angemeldet. Er halte es jedoch nicht für unrealistisch, dass es auch Hunderttausende werden könnten.

Der Sprecher widersprach zudem Berichten, dass die Initiative an manchen Orten bereits viele Aktivisten verloren habe. «Wir gewinnen täglich an Unterstützung», sagte er. «Wir werden mit E-Mails überflutet von Leuten, die mitmachen wollen.» Täglich kämen neue Städte dazu. «Leute wollen für diese Forderungen – für mehr Bildung, für mehr Klimaschutz, gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht und die aktuellen Kürzungen – auf die Straße gehen.»

© dpa-infocom, dpa:261029-930-912298/1

Source: Die Zeit · dpa

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