Martin Schindler hat bei seinem fulminanten Lauf bei der Darts-Europameisterschaft den Titel knapp verpasst. Der 30-Jährige verlor am späten Sonntagabend in Dortmund das Finale gegen den an Position eins gesetzten Engländer Ross Smith trotz einer Aufholjagd mit 8:11 und muss damit auf seinen ersten großen Major-Titel warten.

Traurig war Schindler aber nicht. »Als ich vor zehn Jahren mit dem professionellen Darts angefangen habe, habe ich nichts erwartet. Jetzt war ich in einem Endspiel bei einem Major-Turnier. Ich habe alles getan, um es zu gewinnen. Aber ich bin einfach nur glücklich«, sagte er mit Tränen in den Augen.

Schon der unerwartete Finaleinzug war für Schindler ein riesiger Coup und für Darts-Deutschland neben dem WM-Halbfinaleinzug von Gabriel Clemens der größte Erfolg überhaupt. Doch im Finale stellte Smith in der Westfalenhalle unter Beweis, warum er in diesem Jahr eine Klasse besser ist. Nach einem 11:7 im Halbfinale gegen den Waliser Gerwyn Price zog Smith im Endspiel früh davon und sicherte sich seinen zweiten EM-Titel nach 2022.

Finalist Schindler zu Tränen gerührt

Finalist Schindler zu Tränen gerührt

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Bernd Thissen / dpa

Schindler konnte in der bisher größten Partie seiner Karriere erst zu spät an das extrem hohe Niveau vom Viertelfinale (10:1 gegen den Waliser Jonny Clayton) und dem Halbfinale (11:6 gegen den Polen Krzysztof Ratajski) anknüpfen.

Beim Stand von 2:2 hatte Schindler eine Chance, den »Big Fish« von 170 Punkten mit drei Pfeilen auszuwerfen, doch sein letzter Pfeil landete wenige Millimeter neben dem Bulls-Eye. Danach verlief die Partie einige Zeit einseitig, Smith konnte sechs Legs in Serie gewinnen und führte zwischenzeitlich mit 8:2.

Lob vom Gegner

Smith würdigte den unterlegenen Deutschen nach seinem zweiten EM-Titel. »Er ist fantastisch. Er ist außerdem ein wirklich netter Kerl, aber es ist extrem schwierig, gegen ihn zu spielen. Er ist ein Kämpfer«, sagte Smith.

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Auch Topfavorit Littler raus

In der gut besuchten Westfalenhalle sahen Tausende Zuschauer, darunter auch BVB-Profi Maximilian Beier, den packenden Abend, bei dem Schindler letztlich die große Krönung verpasste.

Für den zweiten Platz bekam er 80.000 Pfund (rund 95.000 Euro) Preisgeld. Er schafft zudem die Rückkehr unter die besten 20 der Weltrangliste.

Für die WM in London (11. Dezember bis 3. Januar 2027) hat Schindler die Ausgangsposition verbessert. Smith verbessert sich im Ranking um acht Positionen auf Platz sechs. Der zweite deutsche Starter Niko Springer war gleich in Runde eins gegen Clayton ausgeschieden.

Topfavorit Luke Littler aus England war bereits am Nachmittag 6:10 am Polen Ratajski gescheitert. Die EM bleibt damit der einzige große Titel, der dem 19 Jahre jungen Weltmeister noch fehlt.

Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL

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