Anders als ihre große Konkurrentin Lufthansa hat die Fluggesellschaft Condor mit ihren Piloten einen langfristigen Tariffrieden geschlossen. Der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) zufolge hat man sich auf einen Tarifvertrag bis Ende September 2029 geeinigt. Bis dahin gilt ein Kündigungsschutz für die rund 1000 Beschäftigten. Sie erhalten erst ab Oktober 2028 eine Gehaltserhöhung um 7 Prozent, weil zuvor Nullrunden vereinbart sind. Eine Condor-Sprecherin bestätigte den Abschluss.
Laut VC haben 67 Prozent aller stimmberechtigten Gewerkschaftsmitglieder der nach harten Verhandlungen erreichten Vereinbarung zugestimmt, eine für VC-Verhältnisse niedrige Quote. Das sogenannte Zukunftspaket sehe zudem »wesentliche und langfristig wirksame Verbesserungen der Arbeitsbedingungen« vor. Ein neues Freizeitmodell soll den Pilotinnen und Piloten nach ihren Einsätzen mehr zusammenhängende Erholungszeit ermöglichen, ohne dass sie wie bislang auf Teilzeitarbeit ausweichen müssten.
»Wir wissen, dass der Kompromiss nicht bei allen Mitgliedern Jubel auslöst«, erklärte VC-Präsident Andreas Pinheiro. Entscheidend sei aber, dass die Gewerkschaft eine wichtige Absicherung der Arbeitsplätze und einige Verbesserungen der Arbeitsbedingungen erreicht habe. Das Unternehmen habe zuvor Einsparforderungen gestellt. Zu deren Höhe wollten sich VC und Condor nicht äußern.
Die Fachpublikation Aerotelegraph hatte im September berichtet, Condor wolle 100 Millionen Euro im Jahr einsparen, wovon 35 Millionen Euro auf Personalkosten entfallen sollten. Grund seien die mit dem Irankrieg gestiegenen Kerosinkosten und der härtere Wettbewerb, etwa mit der Lufthansa-Tochter Discover.
»Aus einer ursprünglichen Einsparforderung ist ein Gesamtpaket entstanden, das befristete Beiträge mit dauerhaften Verbesserungen und dem Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen verbindet«, sagt VC-Präsident Andreas Pinheiro. Auch unter wirtschaftlichem Druck seien Lösungen möglich, wenn man sich auf Augenhöhe begegne. »Davon würden wir uns auch an anderer Stelle mehr wünschen.«
Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL
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