Die Gewalt israelischer Siedler gegen Palästinenser im Westjordanland hat sich in den vergangenen Monaten verschärft. Immer wieder begleiten Aktivisten palästinensische Bauern, um sie nach eigener Darstellung bei der Ernte zu schützen. Das israelische Militär hat nun Berichten zufolge bei einer solchen Aktion den US-Politiker Brad Lander festgenommen. So teilen es die Organisation Rabbis for Human Rights  sowie Lander selbst auf X mit . Später ließ das Militär ihn wieder frei, so Lander.

Der 57 Jahre alte Lander kommt aus einer jüdischen Familie und hat Israels Krieg in Gaza wiederholt kritisiert. Der Demokrat gilt Medienberichten zufolge als Verbündeter des neuen New Yorker Bürgermeisters Zohran Mamdani. Lander kandidiert am 3. November für das US-Repräsentantenhaus.

Das israelische Militär teilt mit, die Bauern und Freiwilligen hätten vorab keine Genehmigung für die Ernte eingeholt. Sie seien »aufgrund des Sicherheitsrisikos, das von einer unkoordinierten Ernte in der Nähe einer israelischen Siedlung ausgeht«, festgenommen worden. Weiter teilt das Militär mit, dass es die Ankunft von Dutzenden Aktivisten als einen Akt betrachte, der ausschließlich der Provokation diene und den Erntevorgang untergrabe.

Lander erklärte derweil auf X, die israelische Besatzung des Westjordanlands sei nach internationalem Recht ein Verbrechen. Und weiter: »Oliven zu ernten ist nach keinem mir bekannten Gesetz ein Verbrechen.« Diese Festnahmen durch das israelische Militär seien ein weiterer Versuch, das Recht der Palästinenser zu untergraben.

Während Lander ‌nach Angaben der Sicherheitskräfte rasch wieder freigelassen worden sei, blieben weitere Helfer, darunter offenbar mehrere US-Bürger, zunächst in Gewahrsam.

Israel hält das Westjordanland seit dem Sechstagekrieg im Jahr 1967 besetzt. Dort leben rund drei Millionen Palästinenser und mehr als 500.000 israelische Siedler, deren Siedlungen nach Völkerrecht illegal sind.

Angesichts der derzeit stattfindenden Olivenernte riefen Uno-Menschenrechtsexperten Israel dazu auf, die palästinensischen Olivenbauern vor Übergriffen zu schützen. Im vergangenen Jahr hatte es Uno-Angaben zufolge im Zusammenhang mit der Ernte 178 Angriffe von Siedlern auf 88 palästinensische Gemeinden gegeben – fast doppelt so viele wie 2024. Mehr als 6000 Bäume und Setzlinge wurden demnach »mutwillig beschädigt«.

Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL

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