Nach dem verheerenden Unglück im Mai will das US-Raumfahrtunternehmen Blue Origin seine Rakete New Glenn so schnell wie möglich wieder starten. In diesem Jahr wird das aber nicht klappen, wie die britische Wirtschaftszeitung Financial Times berichtet.

Das von Jeff Bezos gegründete Unternehmen wollte eigentlich noch vor dem Jahreswechsel den Betrieb wieder aufnehmen. Die New Glenn werde voraussichtlich aber erst im Januar 2027 starten, schrieb Blue-Origin-Chef Dave Limp in einem Memo an die Mitarbeiter. Der Financial Times lag das Schreiben nach eigenen Angaben vor.

Im Mai explodierte eine voll betankte New Glenn auf dem Raketenstartplatz Cape Canaveral. Dabei wurde die Startrampe schwer beschädigt, die Blue Origin seither wieder aufgebaut hat. Die Arbeiten haben sich jedoch verzögert, sodass der Starttermin in diesem Jahr nicht eingehalten werden kann.

Priorität: New Glenn fliegt wieder

Die kleine Verzögerung verringere jedoch nicht die Leistung der vergangenen Monate und auch nicht die Wichtigkeit der Arbeit, die noch zu erledigen sei, schrieb Limp. „Die Wiederaufnahme der Flüge von New Glenn bleibt weiterhin unsere oberste Priorität. Das ist es wert.“

Als Gründe für die Verzögerung nannte er unter anderem das schlechte Wetter im Sommer sowie die aktuellen Überschwemmungen in der Gegend. Doch habe Blue Origin in dem halben Jahr „erreicht, von dem viele dachten, es würde Jahre dauern“. NASA-Direktor Jared Isaacman sagte gar nach einem Besuch des Unglücksortes, die Reparatur könnte sich bis ins Jahr 2028 hinziehen.

Der Unfall war ein schwerer Rückschlag für die Raumfahrt: In der zweiten Jahreshälfte sollte die New Glenn mehrere Missionen fliegen, darunter eine Mondmission für die NASA und mehrere für den Aufbau der Satellitenkonstellation Leo des Schwesterunternehmens Amazon.

(wpl)

Source: Heise · Werner Pluta

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