Nach dem Milliardenraub bei der weltweit größten Kryptobörse Binance hat das Unternehmen neue Erkenntnisse bekannt gegeben. Demnach habe der Angriff, bei dem Hacker in der vergangenen Woche 6,3 Milliarden Dollar in Kryptowährungen von den IT-Systemen abgezogen hatten, schon im Juni begonnen. Der Zugriff sei unter anderem über ein kompromittiertes KI-Tool und ein gefälschtes Vorstellungsgespräch erfolgt – eine »ausgeklügelte, mehrstufige Kampagne«.
Ein Mitarbeiter aus dem Entwicklerteam für die digitale Geldbörse habe im Juni eine manipulierte Software heruntergeladen, teilte Binance mit. Dabei habe man zwar ein Problem erkannt und Passwörter des Mitarbeiters geändert. Die Hacker hätten jedoch seine Identität sowie die mehrerer Kollegen aufgedeckt. Im September habe dann ein zweiter Softwareentwickler eine andere Schadsoftware auf seinen Computer geladen, als er auf der Suche nach einem neuen Job ein virtuelles Gespräch mit dem Chef eines fiktiven Unternehmens geführt habe.
Nordkorea sieht keine Schuld bei sich
Später hätten die Hacker über seinen Computer und ein KI-Tool wiederum die Kontrolle über das IT-System des Wallet-Entwicklers und eines seiner Kollegen übernommen. Mit dessen Computer und gestohlenen Passwörtern platzierten sie ein schädliches Skript, das die Attacke ausführte. »Das hätte nicht passieren dürfen«, erklärte Binance und entschuldigte sich für die Verunsicherung bei »Nutzern, Partnern und in der gesamten Branche«.
Source: Der Spiegel · DER SPIEGEL
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