Mehrere Menschen, in ukrainische Flaggen gehüllt, steigen aus einem Bus.

Nach Evakuierung Oleschkys Bewohner sind zurück auf ukrainisch kontrolliertem Gebiet

Stand: 31.10.2026 • 16:06 Uhr

Nach der Evakuierung der von Russland besetzten Stadt Oleschky sind gerettete Bewohner in ukrainisch kontrolliertem Gebiet angekommen. Zuvor waren sie mit Militärflugzeugen nach Belarus gebracht worden.

Die Hilfsaktion für die Bewohnerinnen und Bewohner der von Russland besetzten ukrainischen Stadt Oleschky ist abgeschlossen. "Zum jetzigen Zeitpunkt haben ukrainische Bürger aus Oleschky die ukrainische Grenze im Gebiet Tschernihiw überquert", teilte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in Sozialen Medien mit.

Die Region Tschernihiw grenzt an Belarus. Zuvor waren die geretteten Menschen gemeinsam mit der Delegation um den ukrainischen Menschenrechtsbeauftragten Dmytro Lubinez in einer Zwischenetappe in das Nachbarland gebracht worden. Ein Teil der aus der Stadt Evakuierten war in die Ukraine, ein anderer nach Russland gereist, wie die Ukraine und Russland mitteilten.

Begrenzte Waffenruhe ermöglichte Evakuierung

Der Rettungseinsatz für die Zivilisten war im Rahmen einer auf die südukrainische Region Cherson begrenzten Waffenruhe zwischen der Ukraine und dem angreifenden Russland erfolgt.

Die evakuierten Bewohnerinnen und Bewohner waren nach russischen Militärangaben zunächst mit Bussen in die Schwarzmeer-Stadt Anapa in der südrussischen Region Krasnodar gebracht worden. Anschließend seien diejenigen, die in die Ukraine weiterreisen wollten, mit russischen Militärmaschinen ins belarusische Gomel ausgeflogen worden.

Humanitäre Hilfe für Verbliebene

Der ukrainische Menschenrechtsbeauftragte Lubinez hatte am Abend via Telegram von mehr als 750 Menschen gesprochen, die die Möglichkeit hätten, die Stadt zu verlassen. Hierfür waren 25 Busse zur Verfügung gestellt worden. Wie viele Bewohnerinnen und Bewohner tatsächlich aus Oleschky gebracht worden sind, ist allerdings bislang noch unklar.

Russische Medien zitierten die russische Menschenrechtsbeauftragte Jana Lantratowa, wonach ein Teil der Bevölkerung "völlig ungehindert" nach Russland, der andere in Richtung Ukraine ausreisen konnte. Diejenigen, die die Stadt aus diversen Gründen nicht verlassen konnten oder wollten, seien mit humanitärer Hilfe versorgt worden.

Es war die größte gemeinsame Aktion von Ukrainern und Russen seit Kriegsbeginn im Februar 2022.

Stadt an der Frontlinie

Oleschky liegt am Ufer des Flusses Dnipro, der in dieser Region als Frontlinie gilt. Das Gebiet ist daher schwer umkämpft. Seit 2022 ist Oleschky von Russland besetzt. Vor Kriegsbeginn lebten etwa 24.000 Menschen hier, zuletzt waren es Medienberichten zufolge etwa 1.500 bis 2.000 Bewohnerinnen und Bewohner.

In den vergangenen Monaten hatte sich in Oleschky eine humanitäre Katastrophe entwickelt. Denn die Stadt war monatelang weitgehend von der Außenwelt abgeschnitten. Laut dem UN-Menschenrechtsbüro fand der letzte regelmäßige Lebensmitteltransport dorthin im Mai statt. Den Sommer über zehrten die Menschen dann noch von dem, was sie in ihren Gärten angebaut hatten, wie ARD-Korrespondent Florian Kellermann berichtet. Nun seien die Vorräte weitgehend erschöpft gewesen.

Source: Tagesschau · tagesschau.de

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