Nivea-Deos im Werk der Beiersdorf Manufacturing Leipzig (BML) auf einem Band.

Marktbericht

Stand: 27.10.2026 • 14:10 Uhr

Beiersdorf sieht erste Fortschritte in seinem Konsumentengeschäft. Dennoch lagen die Umsätze mit Tesa- und Nivea-Produkten im dritten Quartal weiter unter Vorjahr. Die Aktie steht unter Druck.

Die Aktie von Beiersdorf ist eigentlich nicht für allzu starke Schwankungen bekannt. Umso auffälliger ist der heutige Tagesverlust des Konsumtitels nach Vorlage seiner Quartalszahlen. In einem kaum veränderten Marktumfeld verliert der DAX-Titel bis zum frühen Nachmittag 2,8 Prozent auf 80,70 Euro.

Damit haben Anleger mit der Beiersdorf-Aktie in diesem Jahr rund 15 Prozent verloren.

Tesa-Sparte enttäuscht

Für das dritte Quartal meldete Beiersdorf einen um 1,3 Prozent rückläufigen Umsatz von knapp 2,4 Milliarden Euro. Dabei sind Änderungen im Beteiligungsportfolio und Währungseffekte herausgerechnet.

Vor allem das schrumpfende Geschäft der Tesa-Sparte enttäuschte Beobachter. Dieses ging um mehr als vier Prozent zurück. Hier hatten laut Beiersdorf vor allem Chip-Engpässe dafür gesorgt, dass die Nachfrage der Elektronikhersteller, denen Tesa spezielle Klebebänder und Klebstofflösungen für ihre Geräte liefert, gebremst wurde.

Umbauprogramm für Nivea

Bei der Kernmarke Nivea ging der Umsatz sogar um 4,9 Prozent zurück. Doch konnte der Konzern den Abwärtstrend hier etwas bremsen. Im zweiten Quartal hatte das Minus noch bei 6,7 Prozent gelegen.

Im Sommer hatte Beiersdorf einen 18-monatigen Umbauplan für die kriselnde Markenfamilie verkündet, die mehr als die Hälfte des Konzernumsatzes ausmacht.

Dabei hatten die Hamburger auch ihre Jahresprognose gesenkt, die sie aber heute bestätigten. Der DAX-Konzern erwartet einen Umsatzrückgang im niedrigen einstelligen Bereich und eine niedrigere Marge auf Basis des Ergebnisses vor Zinsen und Steuern von mindestens 11,8 Prozent. 2025 hatte der Jahresumsatz bei gut 9,85 Milliarden Euro und die Ebit-Marge bei 14 Prozent gelegen.

Günstigere Produkte und Werbeoffensive

Jetzt gebe es erste Anzeichen, dass der Plan greife, erklärte Beiersdorf. "Im dritten Quartal hat sich die Geschäftsentwicklung in unserem gesamten Consumer-Geschäft im Vergleich zur ersten Jahreshälfte verbessert", sagte Konzernchef Vincent Warnery.

Der Markenkonzern hat generell mit der schwächelnden Konsumnachfrage zu kämpfen. Angesichts hoher Lebenshaltungskosten achten die Verbraucher stärker auf den Preis und sind wählerischer geworden.

Beiersdorf versucht mit günstigeren Produktlinien und einer Werbeoffensive gegenzusteuern. Im September brachte Beiersdorf die reduzierte Produktlinie Face+, die eigentlich für Schwellenländer entwickelt wurde, nach Europa. Zudem wurde das Werbebudget allein für das zweite Halbjahr um 100 Millionen Euro aufgestockt.

Beiersdorf beschäftigt nach eigenen Angaben mehr als 22.000 Menschen und hat in Deutschland eigene Werke in Hamburg, Berlin und Leipzig.

DAX hält sich im Plus

Der Gesamtmarkt hat neben der schwachen Beiersdorf-Aktie vor allem eine Gewinnwarnung von Mercedes zu verarbeiten. Am frühen Nachmittag gewinnt der DAX dennoch 0,3 Prozent auf 25.490 Punkte.

Source: Tagesschau · tagesschau.de

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